Digitaler Fachtag „You&Eye – Freiräume für Kulturelle Bildung“

 

Kulturamt Frankfurt am Main

Digitaler Fachtag „You&Eye – Freiräume für Kulturelle Bildung“

27. Mai 2021, 14:00-18:30 Uhr, Big Blue Button

Moderation: Friederike Holm

Graphic recording: Anne Lehmann & Magdalena Wiegner

Nach Vorstellung durch die Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig im Juni 2017 hat „You&Eye“, ein Projekt Kultureller Bildung des Kulturamts Frankfurt am Main, in den vergangenen drei Jahren insgesamt 200 Schüler*innen für kontinuierliche künstlerische Arbeit in außerschulischen Räumen des Frankfurter Kulturbetriebs begeistert. Die Schüler*innen zwischen 12 und 16 Jahren malen, designen ihre eigene Kleidung, gestalten Masken oder tanzen. Dabei werden sie über ein Schuljahr hinweg von Frankfurter Künstler*innen in deren Ateliers und Proberäumen begleitet.

Das Programm findet in Kooperation mit der IGS Herder, der Paul-Hindemith-Schule und dem Gymnasium Römerhof statt. Als zusätzliches, wöchentliches Angebot in unterschiedlichen Modellen ergänzt „You&Eye“ dort den Nachmittagsunterricht. Neben den Schulen sind als weitere Kooperationspartner das Museum Angewandte Kunst, die Freie Kunstakademie sowie das Z-Zentrum als Veranstaltungsorte beteiligt. Zusätzlich wird das Kunstprogramm durch eine Supervision des Anna-Freud-Institut begleitet.

Ausgehend von den Erfahrungen und Erkenntnissen aus diesem Projekt widmete sich der Fachtag „You&Eye – Freiräume für Kulturelle Bildung“ den in Projekten Kultureller Bildung benötigten Rahmenbedingungen und entstehenden Freiräumen. Ein besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Rolle von Künstler*innen als Vermittler*innen und auf die Potentiale außerschulischer Lernorte in Projekten Kultureller Bildung gerichtet. Was entsteht beim Lernen in außerschulischen, künstlerischen Räumen und welche Freiräume eröffnen sich hier?

In vier verschiedenen Arbeitsgruppen bekamen Teilnehmer*innen die Möglichkeit, Rahmenbedingungen insbesondere für Projekte Kultureller Bildung am Schnittpunkt von Schule und Kunst aus der Perspektive der Schüler*innen, der Schulen und der Künstler*innen sowie Praxisbeispiele für mögliche Ansätze zur Verankerung Kultureller Bildung in der Schule tiefergehend zu betrachten. So konnten auch grundsätzliche Fragen zur Kulturellen Bildung angerissen werden, die zwar kaum abschließend zu beantworten aber weiterhin gemeinsam im Blick zu behalten sind.

Der Fachtag richtete sich an Künstler*innen, an Lehrkräfte und Schulleitungen, an Akteur*innen und Multiplikator*innen der Kulturellen Bildung sowie an die interessierte Fachöffentlichkeit aus den Bereichen Kunst, Kultur, Bildung und Vermittlung in Frankfurt und Umgebung.

Die Veranstaltung gab den Teilnehmer*innen Impulse für ihre praktische Arbeit in der Kulturellen Bildung am Schnittpunkt von Schule und Kunst mit und über die fachliche Diskussion hinaus einen Raum für Vernetzung und Austausch.
 

Programmablauf:

14:00 Ankommen, Einführung und Kennenlernen

14:15 Austausch der Teilnehmer*innen in Kleingruppen
Friederike Holm

14:30 Begrüßung & Vorstellung des Projekts „You&Eye“
Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig
Kulturamtsleiterin Sybille Linke

15:00 Energie-Kick für alle
Friederike Holm

15:10 Keynote: Künstlerische Qualität in Kultureller Bildung
Prof. Mona Marijke Jas
Den Künsten wird für die Bildung und für die Sensibilisierung der Wahrnehmung eine entscheidende Bedeutung zugewiesen. Der Vortrag beleuchtet, in welchem Spannungsfeld Künstler*innen in der Kulturellen Bildung agieren und wie sich ihre künstlerische Expertise mit pädagogischen und organisatorischen Dimensionen verbinden lassen. Welche Rolle übernehmen Künstler*innen in Arbeitsprojekten der Kulturellen Bildung und welches Selbstverständnis haben sie? Inwieweit müssen Rahmenbedingungen hinsichtlich künstlerischer Autonomie, prozessorientierter und individualisierter Arbeit ausgestaltet werden?

Professorin Mona Marijke Jas ist Künstlerin und Wissenschaftlerin im Bereich der Vermittlung von zeitgenössischer Kunst. Sie war u. a. 2017 Mitglied der faculty der documenta 14 in Kassel und Athen und leitete die (Ver-)Mittlung der 10. Berlin Biennale 2018. Aktuell ist sie künstlerische Leiterin des Forschungsprojekts Künstlerische Interventionen in der Kulturellen Bildung am Institut für Kulturpolitik der Uni Hildesheim.

15:30 Fragen und Diskussion
Friederike Holm

15:45 Pause

16:00 Parallele Arbeitsgruppen zu Rahmenbedingungen und Freiräumen in Projekten Kultureller Bildung am Schnittpunkt von Schule und Kunst

AG 1: Freiräume an außerschulischen Lernorten – Was brauchen Schüler*innen, um Potentiale künstlerischer Arbeit zu entdecken und zu nutzen?

Diese Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit Rahmenbedingungen und Freiräumen in Projekten Kultureller Bildung aus Perspektive der Schüler*innen. Was brauchen Schüler*innen, um Freiräume künstlerischer Arbeit für sich zu entdecken und zu nutzen? Welche Rolle spielt dabei das Arbeiten in den Räumen der Künstler*innen, etwa dem Atelier? Was bedeutet das Lernen in außerschulischen, künstlerischen Räumen für die Schüler*innen und was nehmen sie daraus mit? Was sind ganz allgemein Potentiale außerschulischer Lernorte und was ist das Besondere an der Arbeit mit Künstler*innen als Vermittler*innen?

Mit: Deniz Alt (Künstler), Hannah Dewor & Ewelina Zielonka (Künstlerinnen), Eda Korkmaz (Lehrerin, IGS Paul-Hindemith-Schule)

Moderation: Friederike Holm

AG 2: Freiräume in Schulen – Was brauchen Schulen, um in Projekten Kultureller Bildung gut arbeiten zu können?

Diese Arbeitsgruppe widmete sich den Rahmenbedingungen und Freiräumen in Projekten Kultureller Bildung aus Perspektive der Schulen. Was brauchen Schulleitungen und Lehrkräfte, um in Projekten Kultureller Bildung gut arbeiten zu können? Welche Bedingungen sind erforderlich, damit die Projekte gut laufen und sowohl die Schüler*innen als auch die Lehrkräfte davon profitieren? Welche Rolle spielen eine gemeinsame Haltung in der Schulgemeinschaft sowie Strukturen und Ressourcen? Wie schaffen Schulen Freiräume für Kulturelle Bildung und welche Rolle kann eine Projektkoordination bei der Vermittlung zwischen den verschiedenen „Welten“ Schule und Kunst einnehmen?

Mit: Dr. Björn Schaal (Mitglied der Schulleitung, Gymnasium Römerhof), Christoph Kleemann (ehemaliger Schulleiter, Charles Hallgarten Schule & Kreativ-Labor), Maya Wiesel (Kunst- und Kulturvermittlerin), Vandad Neshati Malikyans (Projektkoordination „You&Eye“, Kulturamt Frankfurt)

Moderation: Mona Baijal (Schultheater-Studio)

AG 3: Freiräume für Künstler*innen – Was brauchen Künstler*innen um als Vermittler*innen gut arbeiten zu können?

Diese Arbeitsgruppe betrachtete die Rahmenbedingungen und Freiräume für Kulturelle Bildung aus Perspektive der Künstler*innen. Welche Potentiale, welche spezielle Qualität bringen Künstler*innen in die Arbeit mit Schüler*innen ein? Welche Rolle spielen dabei künstlerische Freiheit und das Schaffen von kreativen Freiräumen? Wie gehen Künstler*innen mit dem pädagogischen Anspruch um, der in Projekten kultureller Bildung durchaus eine Rolle spielt? Wie können Künstler*innen in ihrer Rolle als Vermittler*innen gestärkt werden? Welche Formen von Reflexion, Supervision und Weiterqualifizierung sind hilfreich?

Mit: Frank Reinecke (Künstler), Dr. Adelheid Staufenberg & Barbara Heipt-Schädel (Anna-Freud-Institut), Antje Blumer (Lehrerin, Gymnasium Römerhof), Friederike Schönhuth (Crespo Foundation), Chunqing Huang (Künstlerin)

Moderation: Sybille Linke (Leitung Kulturamt Frankfurt)

AG 4: Freiräume zur Verankerung Kultureller Bildung – Beispiele aus der Praxis

Diese Arbeitsgruppe stellte anhand von Praxisbeispielen verschiedene Settings für die Verankerung von Kultureller Bildung in der Schule vor. Welche Freiräume z.B. in räumlichem, zeitlichem oder curricularem Sinne brauchen die Projekte? Wie kann eine Öffnung von Schulen für außerschulische Lernorte – wie etwa ein Museum oder ein Kunstatelier – oder auch für zeitliche Freiräume im Curriculum aussehen? Welche Chancen und Herausforderungen entstehen bei der Umsetzung der Projekte?

Diese Arbeitsgruppe richtete sich insbesondere an Lehrkräfte und Schulleitungen.

Mit: Oliver Tüchsen & Laura Jil Fugger, Stitch by Stitch (Claudia Frick & Nicole von Alvensleben), Kreativ-Labor (Rieke Muaji, Kristin Lohmann & Kristina Veit)

Moderation: Ann-Katrin Spieß (Museum für Angewandte Kunst)

17:15 Pause

17:30 Wrap-up & Werkschau zu den Ergebnissen der Arbeitsgruppen
Moderation: Friederike Holm
Graphic recording: Anne Lehmann & Magdalena Wiegner

18:00 Informeller Austausch und Vernetzung

18:30 Ende der Veranstaltung


Um auch im digitalen Raum möglichst interaktiv arbeiten zu können waren die Plätze begrenzt.

Der Fachtag „You&Eye – Freiräume für Kulturelle Bildung“ ist für das Fortbildungsangebot der Hessischen Lehrkräfteakademie akkreditiert und damit als Fortbildungsveranstaltung für Lehrkräfte anerkannt.

Der Fachtag „You&Eye – Freiräume für Kulturelle Bildung“ war eine Veranstaltung des Kulturamts der Stadt Frankfurt am Main und wurde gefördert von der Crespo Foundation und der Stiftung Polytechnische Gesellschaft.