Remake. Frankfurter Frauen Film Tage

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 Remake. Frankfurter Frauen Film Tage 2021

2018 hat die Kinothek Asta Nielsen, Remake. Frankfurter Frauen Film Tage ins Leben gerufen. Das Festival seiht seine  Aufgabe darin, die Filmarbeit von Frauen, die wie das Kino selbst inzwischen eine über 125-jährige Geschichte hat, mit Wiederaufführungen und in neuen Konstellationen und Kontexten auf die Leinwand zu bringen, ein gegenwärtiges Publikum für diese Vorführungen zu begeistern und die Festivalarbeit mit Restaurierungsprojekten und Publikationen zu begleiten.


Warum da noch Kino? Warum beispielsweise an die feministische Filmarbeit der 70er-Jahre anknüpfen und warum die Aufführung von Stummfilmen – gar von 35mm-Kopien? Die einfachste Antwort darauf ist die, dass die Festivalteam einen Raum herstellen will, in dem wir das Publikum, gemeinsam, zu einer Wahrnehmung unserer Zeit gelangen. Und zur Wahrnehmung, wie diese Zeit eine Verbindung hat zu anderen Zeiten, Geschichten, Menschen.


Bezogen auf das diesjährige Schwerpunktthema  „… weil nur zählt was Geld einbringt“: Frauen, Arbeit und Film sind das etwa Verbindungslinien zu und Erinnerung an die emanzipativen Kämpfe von Arbeiter*innen, die Zugriff auf Zwecke, Verläufe und Interaktionen der gesellschaftlichen Reproduktionsarbeit zu bekommen versuchten. Um Natur-Entfremdung und Selbst-Entfremdung zu überwinden, die die moderne Arbeitsgesellschaft den Menschen auferlegt. Es geht auch um Verbindungslinien zu Lebenskontexten, die nicht völlig der Ideologie von technologischem Fortschritt und Ausbeutung unterworfen sind.


Die Programmmacherin verstehen ihre Filmprogrammarbeit als Sorge: für die Frauengeschichte in der Filmgeschichte, für ein heutiges Kinopublikum und im Bewusstsein der Prekarität unserer Gegenwart. Trotz allem.

Mehrere Stummfilme mit Live-Musikbegleitung sind Teil des Programms. Remake gastiert mit einem CineConcert zum zweiten Mal im Schauspiel Frankfurt: Die international renommierte Komponistin und Pianistin Maud Nelissen hat zu Lois Webers Shoes (USA, 1916) eine Musik für Klavier, Alt- und Sopransaxophon, sowie Cello geschrieben. Dieser Stummfilm über die Lebenswirklichkeit eines jungen „Ladenmädchens“ in der modernen Großstadt, zählt zu den bedeutendsten feministischen Filmen in der Geschichte des Kinos.

Zum Konzept von Remake gehört der Rückblick auf die Geschichte feministischer Filmfestivals. Dieses Jahr erinnert das Festival an die beiden ersten bundesdeutschen Frauenfilmfestivals: die Feminale, die in Köln 1984 erstmals stattfand und die femme totale, die 1987 ihre Arbeit in Dortmund begann. Ein Kurzfilmprogramm und eine Podiumsdiskussion mit den Festivalmacherinnen von damals vergegenwärtigen die Anfänge der beiden Festivals.

Die diesjährige Hommage gilt der Kritikerin und Autorin der bundesdeutschen und internationalen Kino- und Filmgeschichte, Frieda Grafe (1934–2002). Das Programm besteht aus einer Auswahl von Grandhotel-Filmen, die Grafes Text „Die Saubere Architektur in Gefahr. Die Grandhotels in der Unterhaltungsindustrie“ von 1990 entnommen ist. Begleitend zu den Filmen gibt es Textlesungen, Vortrag und Gespräche.

 

Über das Festival
Das Festival Remake, das im November 2018 seine Premiere feierte, wird veranstaltet von der Kinothek Asta Nielsen, die sich seit nahezu zwanzig Jahren mit Filmpräsentationen, thematischen Programmen, Werkschauen, Retrospektiven für die Filmarbeit von Frauen einsetzt und die Auseinandersetzung mit den Geschlechterverhältnissen im Film fördert. In diesem Zusammenhang steht auch das Festival Remake, dessen Programm von einem Themenschwerpunkt ausgeht und sich in einer Mischung aus Festival und Symposion entfaltet. "Remake" verweist auf den Bezug zur Geschichte: Filme aus mehr als hundert Jahren entstehen neu in der Wahrnehmung von Zuschauerinnen und Zuschauern, wenn sie heute gezeigt werden. Denn Filme existieren nur in der Aufführung, und das Zeigen selbst ist eine Form des Filmemachens, ein Re-Make.

Die Veranstalter zeigen die historischen Filme in einem angemessenen Rahmen, stellen sie in einen Kontext. Dies geschieht, indem alte mit jüngst entstandenen Filmen zusammen gezeigt werden, mittels Einführungen, Kommentaren, Gesprächen und Diskussionen. Alle Filme laufen (soweit möglich) im Originalformat – sei es 35mm, 16mm, Super 8 mit analogem Ton oder eben digital. Bei der Aufführung von Stummfilmen wird besonderes Augenmerk auf die Musikbegleitung gelegt.

Inhaltlich werden gleichfalls Überschneidungen und Verknüpfungen hergestellt: Themen wie Frauen und Geschlechterverhältnisse im Film oder Aspekte des queer cinema treten in ihrer Verflochtenheit mit anderen gesellschaftlichen Phänomenen zutage; so auch mit der Emanzipation der Frauen im Kontext von Migration, Kolonialismus, Rassismus.

Jede Ausgabe von Remake. Frankfurter Frauen Film Tage macht das Werk einer Filmemacherin aus der Region (wieder) zugänglich. Dafür werden vorführbare Kopien hergestellt und eine Tournee durch Kommunale Kinos organisiert.

Remake würdigt darüber hinaus die Geschichte feministischer Filmfestivals. 1972 fanden in New York und Edinburgh die ersten feministischen Festivals statt – sie waren zum großen Teil der (Wieder-)Entdeckung von Filmmacherinnen gewidmet. Jede Ausgabe von Remake. Frankfurter Frauen Film Tage soll einem der früheren Festivals gewidmet sein.

Spielorte in Frankfurt sind das Studierendenhaus auf dem Campus Bockenheim, Schauspiel Frankfurt, Kino des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Mal Seh'n Kino und die Harmonie Kinos.

„Remake. Frankfurter Frauen Film Tage“ wird gefördert von der HessenFilm und Medien, dem Frauenreferat der Stadt Frankfurt, dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain, der Mariann Steegmann Foundation und dem Kulturamt der Stadt Frankfurt. Es wird zudem unterstützt vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

Kinothek Asta Nielsen e.V.
Stiftstraße 2
60313 Frankfurt am Main
Telefon +49 (0) 69 92039634
Fax 49 69 92039635