Frankfurter Premieren

 

Die Reihe Frankfurter Premieren stellt jüngst erschienene Romane von Frankfurter Autorinnen und Autoren oder Novitäten aus Frankfurter Verlagen vor. Sie gibt einen Eindruck von dem, was in Frankfurt an literarischen Werken geschrieben und publiziert wird. Die Veranstaltungen finden entweder in den Räumen der Historischen Villa Metzler oder der AusstellungsHalle 1A statt. Im Anschluss an die einstündige Lesung kann und soll bei einem Glas Wein das Gehörte diskutiert werden, dieser Saloncharakter ist integraler Bestandteil der Frankfurter Premieren. Dass der Schwerpunkt auf Neuerscheinungen aus Frankfurt liegt, schließt interessante Ausnahmen von der Regel nicht aus.

Mittwoch, 26. Februar, 19.30 Uhr
Daniel Cohn-Bendit "Unter den Stollen der Strand. Fußball und Politik – mein Leben"
Moderation: Christoph Schröder

Grün ist der Rasen im Stadion und grün ist die Partei, die er mitbegründet hat: Daniel Cohn-Bendits Leben steht im Zeichen von zwei Leidenschaften, Fußball und Politik. Beidem widmet er seine lang erwartete Autobiografie, die bei dieser Lesung ihre große Premiere erlebt. Wir wissen nicht, ob der Fußball oder die Politik ihn so jung gehalten haben – wahrscheinlich die Kombination aus beidem –, aber dass Dany Cohn-Bendit, wie ihn alle nennen, noch mit 75 mit Verve und Temperament genauso für Europa wie für seine Frankfurter Eintracht kämpft, ist unbestritten. Dabei stand er als Neunjähriger vor der Frage, ob er als Sohn vertriebener Juden die Deutsche Nationalelf anfeuern könne. Eine politische Frage, die bei ihm den Funken entzündet hat, den er sich bis heute bewahrt.

Daniel Cohn-Bendit gehörte zu den bekanntesten Gesichtern der französischen 68er, der APO und der Frankfurter Sponti-Szene, bis er sich der parlamentarischen Politik zuwandte und den "Realo"-Flügel der Grünen mitanführte. 20 Jahre lang war er Mitglied des Europäischen Parlaments, 2014 zog er sich aus der aktiven Politik zurück.

Christoph Schröder ist Literaturkritiker und schreibt unter anderem für Die Zeit und die Süddeutsche Zeitung. Er ist Redakteur beim Journal Frankfurt.

Eine Veranstaltung des Kulturamts Frankfurt am Main in Kooperation mit der Deutschen Nationalbibliothek.

Ort: Deutsche Nationalbibliothek
Eintritt: 8,- / 6,- / 4,- (Um Anmeldung per E-Mail wird gebeten: kulturportal@stadt-frankfurt.de)


Dienstag, 3. März, 19.30 Uhr
Uwe Preuss „Katzensprung“


"In Dresden geboren, 1961. Opa ein urkundlich bescheinigter Hallodri. Oma macht aus jedem Einkauf einen Ausflug. Mit den Eltern für fünf Jahre nach São Paulo. Die hatten ihr eigenes System, danke. Kaufmännische Lehre in der Planwirtschaft: Ick stempel doch jetzt nicht die fünftausend scheiß Scheine! Lieber Gräber schaufeln in Löbtau. Arbeitsplatz ohne besondere Vorkenntnisse. Hauptsache kein Büro mehr. Im Kurort die erste eigene Wohnung. Katrin ist schon am Theater, absolut erstrebenswerte Arbeitszeiten. Aber die lassen mich ohne abgeleisteten Wehrdienst nicht an die Schauspielschule! Für ein langes Wochenende interniert von der Volkspolizei. Einfach so. Also Weihnachten ʼ84 in Prag in die deutsche Botschaft. Ausreise. Aber zum Karneval und für die Liebe wieder rein. Und schnell wieder raus. Später Akteneinsicht. Glück gehabt."

Uwe Preuss ist in der DDR und Brasilien aufgewachsen. Er studierte Schauspiel an der Hochschule der Künste, ist seit 2005 freischaff ender Schauspieler mit Gastauftritten an der Berliner Volksbühne und dem Maxim–Gorki Theater. Seit knapp zehn Jahren arbeitet er auch als Filmschauspieler, hatte Rollen im "Polizeiruf Rostock" und in der Serie "Deutschland 83". "Katzensprung" ist sein literarisches Debüt.

Eine Verstaltung des Kulturamts Franfurt am Main in Kooperation mit der Ausstellungshalle 1a

Ort: AusstellungsHalle 1A
Eintritt: 8,- / 6,- / 4,- (Begrenzte Plätze, um Anmeldung wird gebeten: kulturportal@stadt-frankfurt.de oder 069-212 36439)


Mittwoch, 11. März, 19.30 Uhr
Frank Witzel "Inniger Schiffbruch"
Moderation: Alf Mentzer


Was heißt, sich an etwas zu erinnern? Im Versuch, das eigene Leben aufzuschreiben, verschwimmt für den Ich-Erzähler von „Inniger Schiffbruch“ Erlebtes mit Geträumtem. Die Grenze zwischen Autobiografie und Autofiktion wird fließend, das Projekt droht immer wieder zu scheitern. Auf gleichermaßen amüsante und kluge, aber auch tragische Weise schildert Frank Witzel die brüchigen Erinnerungen an eine Kindheit im Nachkriegsdeutschland. Am Ende bleibt die Frage: Was bedeutet es, Kind zu sein – und was Erwachsener?

Frank Witzel hat 2015 für seinen Roman »Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969« den deutschen Buchpreis erhalten. 2017 gewann die Hörspielfassung den deutschen Hörspiel-Preis. Frank Witzel lebt in Offenbach.

Alf Mentzer leitet die Literaturredaktion von hr2-kultur.

Eine Verstaltung des Kulturamts Franfurt am Main in Kooperation mit der Ausstellungshalle 1a

Ort: AusstellungsHalle 1A
Eintritt: 8,- / 6,- / 4,- (Begrenzte Plätze, um Anmeldung wird gebeten: kulturportal@stadt-frankfurt.de oder 069-212 36439)

 

 

Zurück  |  Drucken  |  Versenden