Kinothek Asta Nielsen

 

Gegründet von Filmliebhaberinnen, Filmkuratorinnen, Filmhistorikerinnen und -theoretikerinnen, Kritikerinnen und Filmstudierenden hat sich die Kinothek Asta Nielsen das Ziel gesetzt, die Filmarbeit von Frauen in Geschichte und Gegenwart aufzufinden, zu dokumentieren und öffentlich zugänglich zu machen. Sinn und Zweck einer Kinothek besteht darin, das, was durch die Raster des heutigen Kinos fällt, sowohl für Cineasten als auch für Laien im Kino wieder erfahrbar zu machen. Mit der Präsentation selten oder bislang nie gezeigter Super 8-Amateur-Filme, B-pictures oder Experimentalfilme schafft es die Kinothek, selbst Filmgeschichte zu schreiben. In Form von thematischen Filmreihen, filmgeschichtlichen und filmtheoretischen Veranstaltungen sowie interdisziplinären Forschungsvorhaben wird an die losen Enden der Filmarbeit der neueren Frauenbewegung in Theorie und Praxis angeknüpft.

Die Kinothek schreibt keine der bestehenden Filmgeschichten fort – weder die Fortschrittsgeschichte der Technik, noch die musealisierende des filmischen Erbes. Sie betreibt Filmgeschichte als Rezeptionsgeschichte, die ihr Zentrum in der augenblicklichen Wahrnehmung des Films hat. Filmkultur also, die erlebbar ist und die Sinne anspricht. Diese Perspektive erklärt auch die Namensgebung durch den berühmten dänischen Filmstar des frühen Kinos, Asta Nielsen, die stets vermochte, ihre Körperlichkeit vor der Kamera auf den Zuschauer vor der Leinwand zu übertragen.

Einmal im Jahr gibt es eine umfangreiche Veranstaltungsreihe inklusive Symposium und der Veröffentlichung einer Publikation; weitere unabhängige Veranstaltungen über das Jahr verteilt ergänzen das Kulturangebot der Kinothek. Als Veranstaltungsorte dienen verschiedene Räumlichkeiten und Leinwände in Frankfurt, ob im Mousonturm, im Mal Seh’n Kino, in den eigenen Büro-Räumen in der Stiftstraße oder den hiesigen Museen. Enge Kooperationen mit filmkulturellen Einrichtungen im In- und Ausland ermöglichen die Präsentation der Kinothek-Veranstaltungen auch außerhalb von Frankfurt. Unvergessen bleibt beispielsweise die große Asta Nielsen Retrospektive 2007. Mit dem Jack Smith Festival 2012, das den einflussreichen Filmemacher erstmals einem größeren Publikum vorstellte, machten sich die Kinothek-Leiterinnen Karola Gramann und Heide Schlüpmann erneut um die Präsentation und Erforschung des sogenannten Queer Cinema verdient.

Die Kinothek Asta Nielsen sorgt auch für die Verfügbarkeit von Kopien. Sie sammelt selbst Filme in den nichtkommerziellen Formaten von 16 mm und Super 8, außerdem Fotos, einschlägige Publikationen, aber auch Schriftmaterialien, Kataloge und Flugblätter. Das Archiv kann zu Recherchezwecken bei vorheriger Anmeldung genutzt werden.
Die Kinothek steht zudem beratend zur Seite und hilft, Filmveranstaltungen zu organisieren und Kontakte zu vermitteln.

Die Kinothek besteht in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins, dessen Mitglieder die kulturellen Tätigkeiten der Kinothek fördern und durch aktive Mithilfe unterstützen können.
Gefördert wird die Kinothek seit ihrer Gründung im Jahr 1999 vom Frauenreferat der Stadt Frankfurt.

 

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Kinothek Asta Nielsen e.V.
Stiftstraße 2
60313 Frankfurt am Main
Telefon +49 (0) 69 92039634
Fax +49 (0) 69 92039635