Frankfurter Jazzstipendium

 

Frankfurts neuer Jazzstipendiat spielte mit Septett in der Romanfabrik

Der mit dem Frankfurter Jazzstipendium 2021 ausgezeichnete Bassist Ivan Habernal hat mit seinem Septett am Mittwoch, 11. Mai, für ein fulminantes Stipendiatenkonzert gesorgt. Im Vorfeld des Konzertes nahm Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig die von der Stadt Frankfurt vergebene Auszeichnung vor, die aufgrund der Corona-Pandemie verschoben werden musste.

Das Frankfurter Jazzstipendium ist mit 10.000 Euro dotiert und wird seit 1990 jährlich von der Stadt Frankfurt vergeben. Es wurde zur Unterstützung der regionalen Jazzszene eingeführt und soll Jazzmusikerinnen und -musikern sowie Jazzgruppen dabei helfen, sich nach ihren persönlichen Vorstellungen weiter zu qualifizieren. Zudem sollen sie in ihrem Bestreben nach einem individuellen künstlerischen Profil ermutigt werden.

Die Jury lobte den in im Jazz nicht oft anzutreffenden Klangfarbenreichtum und die kluge Dramaturgie der Arrangements, deren überraschenden Details beeindrucken.

Ivan Habernal ist 1983 in der Nähe der tschechischen Stadt Pilsen geboren und begann seinen musikalischen Weg als Fünfjähriger in einer klassischen Pianoschule. Mit zwölf entdeckte er den Jazz und wechselte das Genre, nicht zuletzt aufgrund der Möglichkeiten zur freien musikalischen Improvisation und Entfaltung, wie er einmal bemerkt hat. Drei Jahre später wechselte er zudem das Instrument und wurde schnell zu einem gefragten Bassisten in der Pilsener Musikszene.

Er absolvierte ein Studium der Computerwissenschaft und begann parallel ein Studium am Konservatorium für Jazz und populäre Musik in Prag. Bei einem mehrmonatigen Aufenthalt in New York nahm er Privatunterricht bei den Bassisten Hans Glawishnig, John Patitucci und anderen. Er konzertierte mit internationalen Jazzgrößen wie Randy Brecker und Vincent Mendoza ebenso wie mit dem bekannten tschechischen Sänger Karel Gott.

Seit 2013 lebt Ivan Habernal in Frankfurt und arbeitet als Computerwissenschaftler an der TU Darmstadt. Schnell hat er sich in der Frankfurter Jazzszene eingelebt, gründete sein eigenes Quartett und ist Bassist in weiteren Jazzensembles. So ist er auch Mitglied der Gruppe „The J-Sound Project“, die 2015 das Frankfurter Jazzstipendium erhalten hat.

Ivan Habernal möchte das Stipendium zur Weiterentwicklung des Ivan Habernal Orchestra – ein Jazzseptett plus Streich-Quartett – nutzen und weitere Konzerte und Aufnahmen mit dem Ensemble realisieren.
 

Satzung

Die Stadt Frankfurt am Main vergibt jährlich das Frankfurter Jazzstipendium. Es ist mit 10.000 Euro dotiert und wird jährlich neu ausgeschrieben. Bewerben können sich Musikerinnen und Musiker aus Frankfurt und Umgebung, die sich erkennbar den verschiedenen stilistischen Formen des Jazz, einschließlich experimenteller Richtungen, zuordnen lassen.

Das Frankfurter Jazzstipendium kann für jegliche künstlerische Weiterentwicklung auf diesem Gebiet beantragt werden, wie beispielsweise die Teilnahme an einem Workshop oder Meisterkurs. Es gibt keine Altersbegrenzung. Bewerbungen sind sowohl von Einzelpersonen wie ebenso von Gruppen möglich. Musikerinnen und Musiker können das Stipendium bis zu dreimal erhalten, davon nur einmal als Solistin oder Solist. Bewerberinnen und Bewerber sollen in der Lage sein, ein Programm von mindestens 30 Minuten live vor Publikum präsentieren zu können.

Voraussetzung für eine Bewerbung sind eine musikalische Ausbildung oder Qualifikationen mit Schwerpunkt Jazz sowie der Nachweis einer entsprechenden Praxis. Dazu muss ein ausgefüllter Bewerbungsbogen und eine CD, mit maximal drei Musikstücken vorgelegt werden.

Eine unabhängige Jury entscheidet aus den eingereichten Beiträgen über die Vergabe des Frankfurter Jazzstipendiums. Jury und Veranstalter können unentgeltliches Vorspielen verlangen. Die Entscheidung der Jury ist unanfechtbar, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Nicht bewerben können sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kulturdezernats der Stadt Frankfurt, Jury-Mitglieder und nahe Verwandte beider Gruppen.

Stipendiaten

2021: 
Ivan Habernal (Komposition, Bass)
2020:
Darius Blair (Saxophonist)
2019:
Natalya Karmazin (Klavier, Komposition)
2018: Maximilian Shaikh-Yousef (Saxophon, Komposition)
2017: Max Clouth (Gitarre, Komposition) 
2016: The Where Me?!: Fabian Dudek (Altsaxophon), Rafael Krohn (Gitarre), David Helm (Kontrabass), Jan Philipp (Schlagzeug)
2015: THE J-SOUND PROJECT: Jason Schneider (Trompete, Flügelhorn, Komposition), Yuriy Sych (Piano), Ivan Habernal (Bass), Uli Schiffelholz (Schlagzeug), feat. Michael Schreiner (Tenorsaxofon)
2014: electrolyte: Yuriy Sych (Komposition, Piano), Alberto Menendez (Saxophon), Bastian Ruppert (Gitarre), Martin Standke (Schlagzeug)
2013: Peter Klohmann (Saxophon, Komposition)
2012: Valentín Garvie (Trompete)
2011: Uli Schiffelholz (Schlagzeug)
2010: Dennis Sekretarev (Trompete, Komposition)
2009: Modern Jazz Quintet: Natalya Karmazin (Piano), Daniel Guggenheim (Saxophon), Evgeny Ring (Saxophon), Chris Rücker (Bass), Martin Standke (Drums)
2008: Contrast Quartet: Yuriy Sych (Komposition, Piano), Martin Standke (Schlagzeug), Tim Roth (Kontrabaß), Benjamin Steil (Saxophon)
2007: Yelena Jurayeva (Piano)
2006: Ulf Kleiner (Piano)
2005: Tobias Backhaus (Schlagzeug)
2004: Frank Spaniol (Saxophon)
2003: Martin Lejeune (Gitarre, Komposition)
2002: Kontrabaß-Duo "Bassics" - Susanne Peusquens und Michael Bornhak
2001: Ulli Jünemann - Morten Ginnerup European Jazz Project (gesamte Jazzgruppe)
2000: Sebastian Merk (Schlagzeug)
1999: Joachim Lösch (Trompete), Vitold Rek (Kontrabaß), Russ Spiegel (Gitarre)
1998: siehe 1999
1997: siehe 1999
1996: Burkard Kunkel (Baßklarinette)
1995: Heinz-Peter Hofmann (Kontrabaß)
1994: Manfred Bründl (Baß)
1993: Christopher Dell (Vibraphon)
1992: Stefan Lottermann (Posaune)
1991: Corinna Danzer (Saxophon)

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