Erinnerungskultur

 

Zeitzeugen und Dokumente zum KZ „Katzbach“ in den Adlerwerken und zur Zwangsarbeit in Frankfurt am Main gesucht!

Im Baukomplex der ehemaligen Adlerwerke im Frankfurter Gallus soll eine Erinnerungs- und Bildungsstätte entstehen, die über die nationalsozialistischen Verbrechen des KZ-Außenlagers „Katzbach“ und der Zwangsarbeit in Frankfurt aufklärt und Raum zur Erinnerung an die Opfer bietet.

In diesem Zusammenhang suchen wir nach Zeitdokumenten.

  • Wir suchen nach Zeitzeug*innen, die während dieser Zeit in Frankfurt lebten oder die Stadt besuchten und über das KZ oder die anderen Stätten der Zwangsarbeit berichten können.
  • Wir suchen nach Überlebenden und Angehörigen ehemaliger Zwangsarbeiter*innen.
  • Wir suchen nach Fotos und Dokumenten zur Zwangsarbeit in Frankfurt am Main sowie zur Auseinandersetzung mit der Geschichte der Orte der Zwangsarbeit in Frankfurt nach 1945.
     

Im Sommer 1944 entstand in Frankfurter Gallusviertel unter dem Decknamen “Katzbach” eines der grausamsten KZ-Außenlager im “Dritten Reich”. Die Häftlinge waren in der Rüstungsproduktion eingesetzt, die zu dieser Zeit trotz der sich abzeichnenden Niederlage des NS-Regimes forciert wurde.

Die insgesamt 1616 Gefangenen aus acht Nationen wurden auf dem Gelände der Adlerwerke zwischen August 1944 und März 1945 unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten und zur Arbeit gezwungen. Die Todesrate war im Vergleich zu anderen Lagern in der Rüstungsproduktion enorm hoch. 527 Häftlinge starben in Frankfurt, weitere 165 kurz nach ihrem Abtransport in Krankenlager, in die sie wegen "Arbeitsunfähigkeit” gebracht wurden. Im März 1945 wurden im Zuge der Auflösung des Lagers rund 450 erschöpfte Häftlinge ins Konzentrationslager Bergen-Belsen deportiert. Nur elf Überlebende dieses Transports sind bekannt. Die übrigen 360 bis 370 Häftlinge wurden am 24. März 1945, kurz vor dem Einmarsch der Alliierten in Frankfurt, auf einen „Todesmarsch“ geschickt, den viele nicht überlebten. Neben den KZ-Häftlingen beschäftigten die Adlerwerke zwischen 1941 und 1945 mehr als 2000 zivile Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Insgesamt waren in Frankfurt im Frühjahr 1944 rund 43.000 zivile Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter beschäftigt.

„Die Erinnerung an das Konzentrationsaußenlager „Katzbach“ am Ort des Verbrechens im Gallus zu verankern, war und bleibt meine Intention. Jetzt sind wir endlich so weit: Die Gedenkstätte kommt. Die mittlerweile über dreißig Jahre alte Idee einer Erinnerungsstätte für die Opfer des Konzentrationslagers und der Zwangsarbeit muss endlich Wirklichkeit werden. Es ist ein entscheidender Schritt, den wir nur mit der Hilfe der zahlreichen engagierten Unterstützer machen konnten. Aufgabe der nächsten Monate ist es, ein zukunftsfähiges Konzept zu erarbeiten. Wir schulden den Opfern, ihren Familien und uns selbst einen Ort des Erinnerns. Dieses grausame Kapitel der Frankfurter Stadtgeschichte darf kein Expertenwissen bleiben und erst recht nicht in Vergessenheit geraten", so Kulturdezernentin Ina Hartwig.


Wenn Sie Informationen oder Fragen haben, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf:
Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945 /Dokumentationsarchiv des deutschen Widerstands
Herrn Thomas Altmeyer
Tel.: ++49 (0)69 / 721575
E-mail: studienkreis@widerstand-1933-1945.de

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