22.12.2009 - Frankfurt leuchtet

 

Der Kulturdezernent
Prof. Dr. Felix Semmelroth

 

22.12.09 - PRESSEINFORMATION

Frankfurt leuchtet
Kulturdezernent Prof. Semmelroth zieht Kulturstadt-Bilanz 2009 und gibt einen Ausblick auf 2010

„Das war ein gutes Jahr, in dem für die Kultur in Frankfurt viel erreicht werden konnte und in dem die Frankfurter Kultur national und international viel Anerkennung gefunden hat“, resümiert Kulturdezernent Prof. Dr. Felix Semmelroth. Oliver Reese, der neue Intendant des Schauspiels, hat einen glanzvollen, bundesweit beachteten Einstand gegeben; das Opernorchester unter Führung von Sebastian Weigle ist mit dem Titel „Orchester des Jahres“ ausgezeichnet worden. Städelschul-Chef Daniel Birnbaum hat als Direktor der Kunstbiennale in Venedig reüssiert und findet sich nach einer Studie des Fachmagazins Art Review 2009 auf Platz vier der hundert einflussreichsten Menschen in der Kunstwelt. Städelschul-Professor Tobias Rehberger wurde als bester Künstler mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet.

Wie überhaupt die Kunststadt Frankfurt in diesem Jahr mit Ausstellungen wie „Botticelli“ im Städel, „Boulle“ im Museum für Angewandte Kunst, „Bunte Götter im Liebieghaus, das mit einer rundum erneuerten Ausstellungsarchitektur Eindruck machte, sowie „Jack Goldstein“ und „Peter Roehr“ im Museum für Moderne Kunst besonders leuchtete. Auch die einheimische Kunstszene brauchte sich mit ihren jährlichen Veranstaltungen „Open Doors“ und „Artists in Residence“ nicht zu verstecken. „Der Einblick in die Künstlerateliers für ein Wochenende und die Jahresausstellung der Gastkünstler erfreuen sich von Mal zu Mal eines größeren Zustroms“, erklärt Stadtrat Prof. Semmelroth.
Zu den dauerhaften Errungenschaften für die Kultur gehört es, dass es der Stadt gelungen ist, den Nachlass von Albert Mangelsdorff für das Institut für Stadtgeschichte zu sichern. „Damit ist der Grundstock gelegt für ein Archiv zur Frankfurter Jazzgeschichte“, so der Kulturdezernent weiter. Das in diesem Jahr grundlegend sanierte Karmeliterkloster mit den berühmten, nun restaurierten Ratgeb-Fresken wäre dann der künftige Sitz eines solchen Archivs.

Weiter vorangeschritten ist auch die Sanierung des Altbaus des Historischen Museums, für die im Mai der Startschuss fiel; nach Abschluss der Arbeiten 2011 kann der Abriss des Betontraktes und anschließend der Neubau des Historischen Museums in Angriff genommen werden. Bis 2011 wird auch das Deutsche Filmmuseum komplett erneuert sein, inklusive Dauerausstellung. Für den Erweiterungsbau des Museums der Weltkulturen wird im nächsten Jahr ein komplexer Realisierungswettbewerb durchgeführt, auf dessen Grundlage die Entscheidung für einen Entwurf getroffen werden kann. Für den Erweiterungsbau des Städels konnte der erste Spatenstich bereits in diesem Jahr gefeiert werden.

„Das Museumsufer erneuert sich aber nicht nur baulich stark, sondern kann offenbar auch immer noch neue Publikumsschichten hinzugewinnen“, so Stadtrat Prof. Semmelroth. Voll eingeschlagen, was die Besucherzahlen betrifft hat, in diesem Jahr das Caricatura – Museum für Komische Kunst im 2008 sanierten Leinwandhaus: Bislang hat der hintergründige Humor der Karikaturisten der Neuen Frankfurter Schule nahezu 50 000 Besucher an den Main gezogen. Das Senckenberg Naturmuseum lockte mit seiner Tiefsee-Ausstellung gar 500 000 Besucher. Speziell für Kinder bzw. Familien hat das Museumsufer ebenfalls weiter an Anziehungskraft gewonnen, konnten doch in diesem Jahr abschließend die Eintrittspreise für Kinder so geregelt werden, dass die Preise für Kindergruppen in allen städtischen Museen einheitlich auf drei Euro pro Kind für Gruppenführungen und Workshops festgelegt wurden. „Das erlaubt auch Familien mit geringem Einkommen, ihre Kinder an Ausflügen ins Museum teilnehmen zu lassen“, erklärt der Kulturdezernent. Das Familienprogramm Satourday der Frankfurter Museen, das an jedem letzten eintrittsfreien Samstag im Monat stattfindet, wird nächstes Jahr am 20. März mit einem Satourday spezial bei den „Tagen der offenen Tür“ verstärkt auf sich und sein Angebot aufmerksam machen.

Auch der Zoo als eine zweite bedeutende naturwissenschaftliche Einrichtung mit hohen Besucherzahlen wird seine Attraktivität demnächst noch weiter steigern können – im letzten Jahr war bei den Besuchern der naturnahe Borgori-Wald ein Renner. Denn nach abgeschlossenem Wettbewerb kann jetzt in die Planung für den Eingangsbereich und die Bärenanlage eingestiegen werden, damit wird ein weiteres wichtiges Element für den Umbau zum Naturschutzzoo hinzukommen.

Viele erfreuliche Nachrichten gab und gibt es auch für das tanz-und theaterbegeisterte Publikum. Das Stalburg Theater, das durch Brand- und Lärmschutzauflagen in eine existenzbedrohende Situation geraten war, konnte dank der Hilfe der Stadt, die frühzeitig Hilfe signalisiert hatte und ein Drittel der Gesamtsanierungskosten in Höhe von 200 000 Euro übernahm, gerettet werden. Ab der Spielzeit 2010/2011 wird für die Frankfurter freien Theatergruppen und ihre Produktionen mit dem Titania Theater in Bockenheim eine weitere Spielstätte zur Verfügung stehen. Mit der ABG Holding und der Saalbau wurde verhandelt, dass hier ein Theatersaal mit 100 Zuschauerplätzen entsteht. Um die Arbeit – insbesondere der freien Theater – im Bereich Kinder- und Jugendliche, weiter zu fördern, ist der Frankfurter Kinder- und Jugendtheaterpreis neu vom Kulturamt eingerichtet worden, er soll im nächsten Frühjahr erstmals vergeben werden. Bereits in diesem Jahr vergeben wurde erstmals das ebenfalls neu eingerichtete, mit insgesamt 12 000 Euro dotierte Frankfurter Autorenstipendium zur Förderung einer aktiven und lebendigen Literaturszene.

„Ein wegweisendes Projekt, wie es ein Kulturdezernent nur selten in seiner Amtszeit unterstützen kann, ist das Frankfurt LAB, erklärt Prof. Semmelroth. Für „das Labor der Moderne für FrankfurtRheinMain“ haben sich zusammengeschlossen das Ensemble Modern, The Forsythe Company, die Hessische Theaterakademie, die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst und das Künstlerhaus Mousonturm. Die bisher als Außenspielstätte des Schauspiels genutzte Aufführungshalle in der Schmidtstraße soll als neuartiger Veranstaltungs-, Ausbildungs- und Produktionsort der beteiligten Institutionen und Künstler genutzt werden, um ein Laboratorium mit internationaler Ausstrahlung für zeitgenössische Tanzensembles, für Musiker, Komponisten, Choreographen und Regisseure zu schaffen. Unter Vorsitz des Frankfurter Kulturdezernenten hatte der Aufsichtsrat des Kulturfonds beschlossen mit Unterstützung der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, die Initiative Frankfurt LAB über eine vierjährige Laufzeit maßgeblich zu finanzieren.
Ein weiteres Vorhaben des Kulturfonds ist das Kooperationsprojekt Phänomen Expressionismus, an dem sich Frankfurt, Darmstadt, Wiesbaden und Hofheim beteiligen. Im Zeitraum von August 2009 bis Februar 2011 stellen eine Fülle von Ausstellungen, Werkschauen, Film- und Theatervorstellungen eine der wichtigsten Epochen der klassischen Moderne in Deutschland vor. In Frankfurt sind u. a. das Städel, das Film- und das Architekturmuseum eingebunden.

Aber auch 2009 war schon reich an Veranstaltungen, insbesondere für die Literaturfreunde. Herauszuheben aus der Fülle sind hier die „Open Books“ im Kunstverein. Parallel zur Buchmesse bot das vom Kulturamt angestoßene Pilotprojekt über 60 Verlagen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Möglichkeit, sich zu präsentieren. „Offenbar haben die Frankfurter auf eine solche Gelegenheit gewartet“, meint Kulturdezernent Prof. Semmelroth zum Erfolg der Veranstaltung. „Open Books“ wird nächstes Jahr fortgesetzt.“
Für den Heinrich-Hoffmann-Sommer 2009 mit seiner Fülle von Ausstellungen und Veranstaltungen zum 200. Geburtstag des großen Frankfurter Arztes und Autor des weltberühmten Struwwelpeters kann es trotz des großen Erfolgs natürlich nächstes Jahr keine Fortsetzung geben. „Dafür können sich Literaten, Philosophen und alle Interessierten auf den Schopenhauer-Herbst 2010 freuen. Neben einer großen Ausstellung im Institut für Stadtgeschichte wird es auch hier wieder einen Veranstaltungsreigen geben. Außerdem wird im Park neben dem Literaturhaus ein Schopenhauer-Denkmal zu Ehren des 150. Todestages enthüllt“, kündigt Kulturdezernent Prof. Semmelroth an.

Kontinuität und Wechsel gibt es auch bei den Personalien am Museumsufer. Max Hollein, Direktor von Schirn, Städel und Liebieghaus und Peter Schmal, Direktor des Deutschen Architekturmuseums, bleiben jeweils für weitere fünf Jahre auf ihrem Posten. Neu am Museumsufer ist die Ethnologin und Kunstwissenschaftlerin Dr. Clémentine Deliss, die ab 1. April 2010 die Leitung des Museums der Weltkulturen übernimmt. „Über beide Vertragsverlängerungen bin ich sehr glücklich. Beide Direktoren haben Großartiges für das Ansehen des Museumsufer Frankfurt geleistet und auf die Zusammenarbeit mit Clémentine Deliss, die eine profilierte Kuratorin mit hervorragender interkultureller Kompetenz ist, freue ich mich sehr“, so Kulturdezernent Prof. Semmelroth abschließend.

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