1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Veranstaltungsreihe zum Festjahr bis Frühjahr 2022

Hier finden Sie Angebote, die in Frankfurt im Zusammenhang mit dem Jubiläum stattfinden:

  • 19. Mai, 19 Uhr | Livestream: Heilige Texte. Weisheit in Judentum, Christentum, Islam

    Wir Menschen brauchen Träume von einer besseren Welt. Gerade in Zeiten, die für viele von uns dunkel und schwierig scheinen. Aber Träume brauchen auch einen Rahmen, in dem sie sich in geordneter Weise entfalten können und umsetzen lassen. Die Weisheit bildet einen solchen Rahmen. In der Reihe „Heilige Texte“ tragen Vertreter*innen aus Judentum, Christentum und Islam einen Abschnitt aus einem für ihre Religion heiligen Text zum Thema vor und sagen, was er für sie persönlich bedeutet. Daraus entwickeln sich spannende Gespräche. Jeder Beitrag lädt dazu ein, das eigene Wissen über die drei Religionen zu vertiefen und interessante Menschen aus dem religiösen Leben der Stadt kennenzulernen.

    Beteiligte: Roberto Fabian, Dr. Kornelia Siedlaczek, Songül Yasar, Dr. Eberhard Pausch
    Veranstalter: Evangelische Akademie Frankfurt

    Eintritt frei

    https://www.evangelische-akademie.de

  • N.N. | Nur wer für die Juden schreit ... Dietrich Bonhoeffer und das Judentum

    Dietrich Bonhoeffer (1906–1945) wurde vor 75 Jahren auf persönlichen Befehl Hitlers im KZ Flossenbürg ermordet. Als einer von wenigen Theolog*innen seiner Zeit war er mit dem politischen Widerstand gegen das NS-Regime verbunden. Schon früh hatte er die Bedrohung der Jüdinnen und Juden durch den Nationalsozialismus erkannt und sich als Christ und Bürger für das von der Vernichtung bedrohte jüdische Volk eingesetzt. Der Satz „Nur wer für die Juden schreit, darf auch gregorianisch singen“ war eine Spitzenformulierung seiner „Ethik im Ernstfall“ (Wolfgang Huber). Welche Impulse bietet Bonhoeffers Werk für die politischen Debatten der Gegenwart und die heute viel diskutierte „öffentliche Theologie“?

    Beteiligte: Dr. Nicole Hermannsdörfer, Dr. Peter Noss, Dr. Ulrike Offenberg
    Moderation: Dr. Eberhard Pausch, Andrea Thiemann
    Veranstalter: Evangelische Akademie Frankfurt

    Eintritt: N.N.

    https://www.evangelische-akademie.de

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    23. bis 25. Juni | Die verlorene Mitte – Juden und Christen in Frankfurt am Main bis zur Einrichtung der Judengasse im Jahr 1460

    Vortragsreihe

    Kaum etwas erinnert in Frankfurt daran, dass von der Mitte des 12. bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts Juden in der Mitte der Stadt siedelten. Zweimal, in den Jahren 1241 und 1348, wurde dabei die jüdische Gemeinde in dieser Zeit völlig ausgelöscht. Dennoch, in diesen Jahrhunderten sah und hörte man einander, waren die Wege in der Stadt ebenso verwoben wie die geschäftlichen Beziehungen. Die Begegnungen waren alltäglich. Jüdische Ärzte versahen als Stadtärzte ihren Dienst im Hospital zum Heiligen Geist. Zentrale jüdische und christliche Gebäude standen nah beieinander. Zwar war Frankfurt weder ein bedeutendes kirchliches noch ein rabbinisches Zentrum; in dieser Hinsicht war die Stadt das Hinterland von Mainz. Immerhin bündelte sie dennoch einige Funktionen. Mit der Einrichtung der Judengassse wurde diese gemeinsame Mitte zerstört. Eine Konferenz mit internationaler Beteiligung geht diesen Etappen der Frankfurter Geschichte nach. Für den Abendvortrag konnte die Frankfurter Judaistin Prof. Dr. Elisabeth Hollender gewonnen werden.


    Die Vorträge sind öffentlich und auch online zugänglich; eine Beteiligung an der Diskussion ist ebenfalls online möglich.

    Veranstalterin: Prof. Dr. Dorothea Weltecke (Goethe-Universität)

    Die Veranstaltung findet im Rahmen der Kollegforschungsgruppe Polyzentrik und Pluralität vormoderner Christentümer statt (Prof. Dr. Birgit Emich und Prof Dr. Dorothea Weltecke).

    Um Anmeldung wird gebeten: Weltecke@em.uni-frankfurt.de

  • 10. bis 12. Oktober 2021| Konferenz. Das Jüdische Frankfurt

    Die Stadt Frankfurt nimmt in der deutsch-jüdischen Geschichte einen einzigartigen Platz ein. In Frankfurt bestand lange Zeit die größte jüdische Gemeinde Deutschlands, und bis 1933 war die Stadt eines der wichtigsten Zentren jüdischen Lebens in Deutschland und in Europa. Von den etwa 30.000 Juden, die 1933 in Frankfurt lebten, haben nur etwas mehr als 100 den Nationalsozialismus in der Stadt überlebt. Die Konferenz widmet sich der Geschichte der Juden und Jüdinnen in Frankfurt als herausragendes Beispiel und als zentraler Ort für die deutsche und die hessische jüdische Geschichte, für deren kulturelle, soziale und religiöse Entwicklung und für die Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden. Sie untersucht, wie sich Frankfurt zu einer so bedeutenden jüdischen Stadt entwickelt hat, aber auch wie es zu einem Ort der Ausgrenzung und Verfolgung wurde.
     

    Eintritt frei; Anmeldung unter: besuch.jmf@stadt-frankfurt.de
     

    Jüdisches Museum Frankfurt

Aufzeichungen

  • Aufzeichnung "SYMPOSIUM ZWISCHENZEITEN: ZUR JÜDISCHEN DIASPORA IN EUROPA" vom 20. bis 22. März 2021

    Online-Übertragung aus dem Jüdischen Museum

    Mit dem eineinhalbtägigen Symposium hat das Jüdische Museum Frankfurt zu einer differenzierten Diskussion über die aktuelle Situation von Jüdinnen und Juden beigetragen und wissenschaftliche Diskurse mit Reflexionen über gesellschaftspolitische Entwicklungen verbunden. Angesichts der bedrohlichen Atmosphäre, der Jüdinnen und Juden in Europa ausgesetzt sind, bietet das Symposium eine Plattform für Visionen, die einem zukünftigen Zusammenleben und einer jüdischen Zukunft in Europa den Weg bahnen sollen. Es reflektiert dabei die paradoxalen Entwicklungen, die die europäisch-jüdische Diaspora kennzeichnen. Auf der einen Seite ist jüdisches Leben zunehmend bedroht und die Mitgliedszahlen in den Jüdischen Gemeinden gehen europaweit zurück. Auf der anderen Seite artikulieren mehr und mehr junge Jüdinnen und Juden ihr Jüdischsein selbstbewusst in der Öffentlichkeit und sorgen so dafür, dass die Pluralität jüdischer Stimmen in Europa immer sichtbarer wird.
     

    Link zur Aufzeichnung: https://www.youtube.com

  • Aufzeichnung "(Bühnen)Besetzungen. Symposium nach »Der Müll, die Stadt und der Tod«" vom 25. April 2021

    Online-Übertragung aus den Kammerspielen des Schauspiel Frankfurts
     

    Beteiligte: Schauspiel Frankfurt , Jüdisches Museum, Hessische Theater Akademie, Fritz Bauer Institut, Theaterwissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt am Main
     

    Im Oktober 1985 besetzten Jüdinnen und Juden die Bühne des Schauspiel Frankfurt, um die Premiere der Uraufführung von Rainer Werner Fassbinders Stück „Der Müll, die Stadt und der Tod“ zu verhindern. Vierzig Jahre nach Kriegsende drang damit eine Erfahrung in den gesellschaftlichen Diskurs vor, die später als „Opferperspektive“ bezeichnet wurde. Im Rahmen des Symposiums nehmen Zeitzeug*innen, Wissenschaftler*innen und Künstler*innen eine Neubewertung dieses historischen Aktes zivilen Ungehorsams aus heutiger Perspektive vor. Dabei werden die jüdische Nachkriegsgeschichte. Frankfurts und die Möglichkeiten und Grenzen der spezifischen Öffentlichkeit des Theaters reflektiert sowie performative Strategien des Empowerments von Minderheiten im Kontext einer zeitgenössischen ästhetischen Repräsentationspolitik untersucht.

     

    Link zur Aufzeichnung: https://www.youtube.com

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