Emil Mangelsdorff Quartett

 

Man kann “Emil Mangelsdorff ohne Zweifel zu den wichtigsten Altsaxophonisten Europas rechnen. Sein Stil hat die ausgeglichene Ruhe, die man bei so vielen modernen Altisten vermisst, dazu ein Feuer und ein Drive im Vortrag, wie man es leider nur selten hört“, - ist in einem Jazzpodium - Artikel aus den 50er Jahren zu lesen. Es gilt noch immer, vielleicht sogar um so mehr, denn Emil Mangelsdorff spielt heute „reifer und kraftvoller denn je“, wie die Frankfurter Rundschau unlängst bemerkte.

Sein Geheimnis ist, dass er sich die pure Lust und Freude an der Musik seit seiner Jugend bewahrt hat, seit jenem Erlebnis vor dem Radio seiner Eltern, als er zum ersten Mal amerikanischen Jazz hörte: „da lief Louis Armstrong. Ich war geradezu elektrisiert, hatte einen Puls von 160 und wusste: das ist es, das will ich auch machen!“ Auf dem Akkordeon spielte er die heiße Musik nach und stieg unter der Nazidiktatur zum heimlichen Star der Frankfurter Hotclub Combo auf, bis die Gestapo ihn verhaftete und an die russische Front schickte. Doch weder das noch viereinhalb Jahre in russischer Kriegsgefangenschaft konnten seinen Willen brechen: zurück in Frankfurt spielte er sich als moderner Altsaxophonist in die Spitzenriege des deutschen Jazz empor. Als einer der ersten pflegte er die Kunst de Duo – zuerst mit Attila Zoller, später mit Bob Degen – und schuf bahnbrechende „Lyrik & Jazz“ - Produktionen. Für seine Platte „Swinging Oildrops“ erhielt er den Deutschen Schallplattenpreis, für seine musikalischen Verdienste und sein politisches Engagement wurde er mit dem Hessischen Jazzpreis, der Wilhelm-Leuschner Medaille des Landes Hessen, der Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt und der Johanna-Kirchner-Medaille ausgezeichnet.

Neben seiner Arbeit im hr Jazzensemble, dem er seit seiner Gründung angehört, ist Emil Mangelsdorff heute vor allem mit seinem eigenen Quartett aktiv. In ihm zieht er, kongenial begleitet von Thilo Wagner (p), Vitold Rek (b) und Janusz Stefanski (dr), die Summe seines künstlerischen Lebens: hinreißend virtuoser Bebop, seelenvoll erdiger Blues und poetisch erzählte Balladen. Impulsives Temperament und eine unerschöpfliche melodische Erfindungsgabe halten Emil Mangelsdorffs Spiel quicklebendig.
(Text Jürgen Schwab)

Weitere Informationen: www.emilmangelsdorff.de

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Emil Mangelsdorff Quartett
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