19. - 25.9.: Frankfurter Festwoche 2020

 

19. bis 25. September
Frankfurter Festwoche 2020
Lesungen, Gespräche und Musik zum Hölderlin-Jahr

Anlässlich des 250. Geburtstags von Friedrich Hölderlin widmen das Freie Deutsche Hochstift und das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main in Zusammenarbeit mit dem Kulturfonds FrankfurtRheinMain dem Dichter eine Festwoche. Vom 19. bis 25. September 2020 finden an unterschiedlichen Orten Lesungen, Konzerte, Podiumsgespräche und mehr statt.

Die Frankfurter Festwoche ist eine Veranstaltung des Kulturamts Frankfurt am Main und des Freien Deutschen Hochstifts in Kooperation mit dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain.

PROGRAMM

Samstag, 19. September, 15 Uhr
Eröffnung der Hölderlin-Festwoche
Mit Wanderung von Frankfurt nach Bad Homburg mit Hölderlin Heterotopia
Ein APP-gestützter Audiowalk von Akira Takayama /Port B (Tokio)

Die Eröffnung der Hölderlin-Festwoche gibt den Startschuss für einen eigens zu Hölderlins 250. Geburtstag konzipierten Audiowalk: Hölderlin Heterotopia. Hierfür entwickelt der Regisseur Akira Takayama eine Smartphone-App, die den 22 Kilometer langen Hölderlin-Pfad zwischen Frankfurt und Bad Homburg in einen „anderen Ort“ verwandelt. Die App führt Menschen, die auf dem Pfad zu Fuß oder per Rad unterwegs sind, zu verschiedensten Stationen. Dort schalten sich Audiobeiträge frei, für die 12 Autor*innen neue Texte, Erzählungen und Gedichte verfasst haben. Wie für den Dichter Friedrich Hölderlin die Wanderung an sich schon ein anderer, schöpferischer Akt und Ort war, so sucht "Hölderlin Heterotopia" nach jenen „anderen" Gesetzmäßigkeiten und Regeln für das eigene Leben, die außerhalb der gegenwärtigen Gesellschaftsordnung stehen und dennoch zutiefst in sie eingebettet sind. Nach den Eröffnungsansprachen sind Interessierte und Wanderlustige eingeladen, dem Audiowalk nach Bad Homburg zu folgen.
Informationen und der Link zur kostenlosen Audio-App auf www.mousonturm.de

Eine Mousonturm-Produktion mit Texten von Alexander Kluge, Deniz Utlu, Elfriede Jelinek, Helene Hegemann, Keijiro Suga, Kelly Copper, Lina Majdalanie, Marcel Beyer, Maria Stefanopoulou, Navid Kermani, Nuno Ramos u Jan Philipp Reemtsma.
Der Kulturfonds Frankfurt RheinMain fördert „Hölderlin Heterotopia“ im Rahmen des von ihm initiierten Jubiläumsprogramms Hölderlin 2020. Unterstützt durch die Beauftrage der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen des Bündnis Internationaler Produktionshäuser.

Eintritt frei (Anmeldung erforderlich bis zum 16. September: kulturportal@stadt-frankfurt.de, T: 069 21241379)
Die Veranstaltung findet unter freiem Himmel statt, bei Regen wird die Eröffnung in die Räumlichkeiten des Freien Deutschen Hochstifts gelegt.
Treffpunkt: Vor dem Freien Deutsches Hochstift/ Frankfurter Goethe-Haus

Sonntag, 20. September, 11 – 13 Uhr
Auf Hölderlins Spuren in Frankfurt
Spaziergang mit Reinhard Pabst

„Hochauf strebte mein Geist, aber die Liebe zog / Bald ihn nieder: Das Leid beugt ihn gewaltiger; / So durchlauf ich des Lebens / Bogen und kehre, woher ich kam.“ Als das Frankfurter ‚Bürgerblatt‘ Hölderlins ‚Lebenslauf‘ im Dezember 1802 nachdruckte, wurde der tragische Fall des früheren Hofmeisters der Familie Gontard erneut zum Stadtgespräch. Zum 250. Geburtstag sind dem Hölderlinkenner Reinhard Pabst neue Funde zur Biografie des Dichters und zu seiner Frankfurter Editions- und Wirkungsgeschichte gelungen. Auf einem kurzweiligen Spaziergang durch die Innenstadt wird er davon erzählen und u.a. ein unbekanntes Albumblatt des späten Hölderlin aus der Autographensammlung des Frankfurter Arztes Dr. Aloys Clemens vorstellen. Vor dem Rundgang gibt es eine kurze Einführung im Freien Deutschen Hochstift. Reinhard Pabst ist ein „Spezialist für die Aufklärung bislang ungeklärter literaturgeschichtlicher Details“ (F.A.Z.). Im Rahmen der 26. Jahrestagung der Hölderlin-Gesellschaft veranstaltete er 1998 einen ersten Hölderlin-Stadtrundgang durch Frankfurt.

Treffpunkt: Freies Deutsches Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum
Eintritt: 12,- (Anmeldung erforderlich: anmeldung@goethehaus-frankfurt.de, T: 069 138800)

Sonntag, 20. September, 15 Uhr
Atelier Hölderlin
Vortrag von Prof. Dr. Roland Reuß

Anlässlich des 250. Geburtstags von Friedrich Hölderlin (1770–1843) gibt der Editionsphilologe und Hölderlin-Experte Roland Reuß Einblick in ein lyrisches Werk, dessen Deutung wie kaum ein anderes auf die handschriftliche Überlieferung verwiesen ist. Ausgehend von der frühen Ode ‚An Thills Grab‘, die im Original zu sehen sein wird, verfolgt Reuß verschiedene Stränge des Schaffensprozesses bis hin zum Homburger Folioheft (1802 – 1807). Roland Reuß ist Professor für neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Heidelberg und Herausgeber zahlreicher Editionen.

Die Veranstaltung ist Teil der Hölderlin-Festwoche und findet zugleich in der Hochstifts-Reihe ‚Atelier‘ statt, in der Arbeitsmanuskripte von Dichtern und Schriftstellern vorgestellt werden.

Ort: Freies Deutsches Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum
Eintritt: 4,- (Anmeldung erforderlich: anmeldung@goethehaus-frankfurt.de, T: 069 138800)

Sonntag, 20. September 2020, 17 Uhr
„Staunend seh ich dich an“
Ein Abend für Friedrich Hölderlin
Mit Christian Brückner und Tilman Spreckelsen

Dichter, Liebender und Revolutionär, Naturfreund, Fußwanderer und schließlich 36 Jahre lang Gast im Turm des Schreinermeisters Zimmer: 250 Jahre nach seiner Geburt sind Hölderlins Leben und Werk von Auslegungen, Zuschreibungen und Mythen begleitet bis hin zu biographischen Dichtungen nachgeborener Autoren. Christian Brückner leiht Hölderlins Texten seine unverwechselbare Stimme und Tilman Spreckelsen stellt sie in den Kontext einer an Umbrüchen reichen Epoche. Christian Brückner ist Schauspieler, Hörspiel- und Synchronsprecher. Der Redakteur und Autor Tilman Spreckelsen arbeitet für das Literaturressort der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Kulturamt Frankfurt am Main in Kooperation mit dem Freien Deutschen Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum

Ort: Freies Deutsches Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum
Eintritt: 8,- / 4,- (Anmeldung erforderlich: anmeldung@goethehaus-frankfurt.de, T. 069 138800)

Sonntag, 20. September, 19 Uhr
Kammermusik und Literatur
„Ach! wehe mir! / Es waren schöne Tage.“
Friedrich Hölderlin läuft durch den Großen Hirschgraben
Mit Susanne Schäfer und Michael Quast
Am Flügel: Erika le Roux

Friedrich Hölderlins Geliebte, die Bankiersgattin Susette Gontard, wohnte nicht im Frankfurter Hof. An dessen Stelle aber, am vormals unteren Ende der prominenten Adresse "Großer Hirschgraben", stand das noble Anwesen der Gontards "Weißer Hirsch", und Hölderlin, Ende 20 und Hauslehrer bei Gontards, ist oft zu Fuß von Bad Homburg kommend durch den Großen Hirschgraben gelaufen, direkt an unserem Theater vorbei, wo wir heute an ihn und seine unglückliche Liebe zu Susette erinnern wollen. Susanne Schäfer ist Schauspielerin. Michael Quast ist Schauspieler, Regisseur und Leiter der Volksbühne. Die Pianistin Erika le Roux ist international gefragte Kammermusikerin und Liedbegleiterin.

Ort: Volksbühne im Großen Hirschgraben
Tickets hier

Montag, 21. September, 19.30 Uhr
Hölderlins Geister
Lesung mit Karl-Heinz Ott
Moderation: Prof. Dr. Luigi Reitani

Am Eingang des Tübinger Hölderlin-Turms stand jahrelang der Satz aufgesprüht: „Der Hölderlin isch et veruckt gwä!“ Ein Verrückter? Ein Revolutionär? Schwäbischer Idylliker? Oder der Vorreiter aller modernen Poesie? Friedrich Hölderlin, der Mann im Turm, ist umkämpft wie kein zweiter deutscher Dichter. Im 19. Jahrhundert fast vergessen, im 20. Jahrhundert vom George-Kreis wiederentdeckt, von den 68ern als Revolutionär gefeiert: In seinem so witzigen wie gelehrten Essay zeigt Karl-Heinz Ott Hölderlin als großen Spiegel Deutschlands. Tübingen ist der Rahmen; dort hat der Dichter den größten Teil seines Lebens zugebracht, dort geistert er bis heute faszinierend umher. Karl-Heinz Ott ist Schriftsteller, Essayist und literarischer Übersetzer. Zuletzt erschien „Hölderlins Geister“ (Hanser, 2019).

Kulturamt Frankfurt am Main in Kooperation mit dem Freien Deutschen Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum

Ort: Freies Deutsches Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum
Eintritt: 7,- / 5,- / 3,- (Anmeldung erforderlich: kulturportal@stadt-frankfurt.de, T: 069 21241379)

Dienstag, 22. September, 19 Uhr
Hölderlin und die Frühromantik
Vortrag von Prof. Dr. Luigi Reitani

War Hölderlin ein „Romantiker“? Oder unterscheidet er sich in seinen poetologischen Grundeinstellungen wesentlich von den Theorien des gleichzeitig entstandenen Kreises rund um die Brüder Schlegel und Novalis? In den überlieferten Briefen und Dokumenten scheint eine solche, enge Beziehung kaum vorhanden zu sein. Und dennoch sprechen manche Werke des Dichters dafür, dass er in einem fruchtbaren Dialog mit der romantischen Bewegung stand. Es geht allerdings nicht darum, Hölderlin in ein Kapitel der Literaturgeschichte einzuordnen; vielmehr lässt dieser Austausch erkennen, welche Themen den poetischen Diskurs um 1800 prägten. Luigi Reitani ist Professor für Deutsche Literatur an der Universität Udine (Italien) und Herausgeber einer zweibändigen kommentierten italienischen Ausgabe der Werke Hölderlins.

Ort: Freies Deutsches Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum
Eintritt: 4,- (Anmeldung erforderlich: anmeldung@goethehaus-frankfurt.de, T: 069 138800)

Dienstag, 22. September, 20 Uhr
Hölderlin zurück in Tübingen
Gespräch mit Prof. Dr. Gerhard Kurz & Christian Reiner (Rezitation)

Hölderlin verlässt im April 1802 Bordeaux, reist über die heftig umkämpfte Vendée ins revolutionäre Paris und kehrt Ende Juni 1802 zurück ins heimatliche Stuttgart. Er wirkt innerlich aufgelöst, äußerlich verwahrlost. Seine zweite Lebenshälfte wird er ab 1807 in einem Wohnturm der Schreinerfamilie Zimmer in Tübingen verbringen. Der Wiener Christian Reiner hat 2012 mit beeindruckend ruhigem Ton Hölderlins „Turmgedichte“ auf einer CD (ECM) verewigt. Der Gießener Professor Gerhard Kurz und der Geschäftsführer der Romanfabrik, Michael Hohmann, unterhalten sich über Hölderlins Spätwerk. Gerhard Kurz lehrte von 1984 bis 2008 neuere deutsche Literaturgeschichte und allgemeine Literaturwissenschaft, von 1990 bis 1998 Präsident der Hölderlin-Gesellschaft. Karl-Heinz Ott ist Schriftsteller, Essayist und literarischer Übersetzer. Zuletzt erschien „Hölderlins Geister“ (Hanser, 2019). Christian Reiner ist Sprecher von Gedichten, Prosa und experimentellen Texten.

Ort: Romanfabrik
Eintritt: 10,- / 7,- (Kartenreservierung: Tel. 069 / 49 08 48 28 und über www.romanfabrik.de)

Mittwoch, 23. September, 19.30 Uhr
Lied & Lyrik
Friedrich Hölderlin zum 250. Geburtstag
„Das Liebste, was mein Herz genossen, Der holde Reiz der Menschlichkeit“

Michael Porter, Tenor / Hans Christoph Begemann, Bariton / Hilko Dumno, Klavier

Sie hören Lieder von Benjamin Britten, Hanns Eisler, Hermann Reutter, Wolfgang Fortner, Peter Cornelius u.a. auf Texte von Hölderlin sowie Gedichte Hölderlins. Der US-amerikanische Tenor Michael Porter ist seit 2015 festes Ensemblemitglied der Oper Frankfur. Hans Christoph Begemann ist Professor an der Hochschule für Musik Mainz und gibt Meisterkurse an der Landesmusikakademie Rheinland-Pfalz.Hilko Dumno unterrichtet Liedgestaltung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt.

Ort: Freies Deutsches Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum
Eintritt: 16,- (Anmeldung erforderlich: anmeldung@goethehaus-frankfurt.de, T: 069 138800)

Donnerstag, 24. September, 20 Uhr
Hölderlin in Bordeaux
Mit Jean Pierre Lefebvre & Achim Geisenhanslüke
Martha Jordan & Klaus Dreier (Lieder nach Hölderlin)

Im Dezember 1801 macht sich Friedrich Hölderlin auf Schusters Rappen auf den Weg nach Bordeaux, um dort eine Stelle als Hauslehrer in der Weinhändlerfamilie Meyer anzutreten. Seine glücklichen Zeiten in Frankfurt am Main und in Homburg scheinen vorbei. Wir hören Liedvertonungen durch das Mutare Ensemble (u. a. Vertonungen von Hanns Eisler, darunter „Andenken“, ein Gedicht über Bordeaux). Der Philosophie-Professor Christophe Bouton aus Bordeaux und der Professor für Komparatistik Achim Geisenhanslüke aus Frankfurt unterhalten sich (auf Deutsch) über Hölderlins Leben und Zeit.

Ort: Romanfabrik
Eintritt: 10,- / 7, (Kartenreservierung: Tel. 069 / 49 08 48 28 und über www.romanfabrik.de)

Freitag, 25. September, 19:30 Uhr
Sprünge. Hölderlin im Werk von Durs Grünbein
Durs Grünbein und Gregor Dotzauer im Gespräch

„Und eines Tages, urplötzlich und unangekündigt, begann ich Gedichte zu schreiben, wie jemand, der sich einer eigenen Sache zuwendet, nachdem er gemerkt hat, dass die aller anderen ganz gut ohne ihn auskommen. Novalis und Hölderlin sind die ersten Ahnen gewesen - des einen Blütenstaub und der verstörende Lockruf seiner Hymnen an die Nacht, des anderen Gebet für die Unheilbaren, sein verwüsteter Götterspielplatz“; so wird aus Hölderlin ein Initiator und Inspirator eines Dichters von Rang. Wie Durs Grünbein in seinen Gedichten Hölderlin-Spuren und Reminiszenzen in lyrische Vexierbilder verwandelt, ist unbedingt ein Gespräch wert. Mit dem Berliner Literaturkritiker Gregor Dotzauer unterhält sich Durs Grünbein über die Wirkung Hölderlins auf sein Denken und Schreiben. Durs Grünbein ist einer der bedeutendsten und auch international wirkmächtigsten deutschen Dichter und Essayisten. Er lebt in Berlin und Rom. Gregor Dotzauer ist Literaturkritiker und Redakteur beim Tagesspiegel.

Kulturamt Frankfurt am Main in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Frankfurt

Ort: Evangelische Akademie Frankfurt
Eintritt: 7,- / 5,- / 3,- (Anmeldung erforderlich: kulturportal@stadt-frankfurt.de, T: 069 21241379)


 

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