"FRANK WALTER. EINE RETROSPEKTIVE" vom 16. Mai bis 15. November 2020 im MUSEUM MMK

 

Es gibt keinen typischen Frank Walter. Sein malerisches Spektrum ist frei und weit. Sein Blick ist der eigene. Sein Werk scheint in Opposition zu den permanenten Zuschreibungen bezüglich Rassifizierung und Nation zu stehen, denen er sein Leben lang ausgesetzt war. Seine kosmologischen Malereien erstrahlen transzendental, seine abstrakten Werke sind systematisch, seine figurative Malerei besticht in ihrer Individualität und seine Landschaften erstarken in klaren Abstraktionen. Alle Arbeiten sind von ausgefallener Klarheit und Direktheit. Die Konzentration, die auch auf die Größe der Werke zurückzuführen ist, eröffnet einen unverstellten Zugang.

Frank Walter, Untitled, o. J., Foto: Axel Schneider

So vielschichtig Frank Walters Themen sind, so unterschiedlich sind seine Materialien. Er schuf Arbeiten auf Holz, Masonit, Pappe, Papier, Linoleum oder Rückseiten von Fotografien, malte und zeichnete mit Ölfarben, Tempera, Wasserfarben, Bunt- und Bleistiften, Schellack, Glitzer. Wenn er nicht malte, dann schrieb er, wenn er nicht schrieb, fertigte er Tonaufnahmen an.

Das Werk des in Antigua und Barbuda geborenen Künstlers Frank Walter (1926–2009) umfasst zahlreiche Malereien, Zeichnungen, Skulpturen, Schriften und Tonbandaufnahmen, die nun erstmals in einem Museum präsentiert werden. Die Arbeiten von John Akomfrah, Khalik Allah, Kader Attia, Marcel Broodthaers, Birgit Hein, Isaac Julien, Julia Phillips, Howardena Pindell und Rosemarie Trockel zeugen von der Geschichte und Gegenwart des Kolonialismus in der Karibik sowie die geistesgeschichtlichen Kontexte des kolonialen und postkolonialen Denkens. Sie thematisieren das visuelle Regime von Rassismen, die auch im exotisierenden Blick Ausdruck finden und beschreiben die Komplexität von Identität, Klasse und Rassifizierung. Eigens für die Ausstellung haben Julien Creuzet, Kapwani Kiwanga und Carolyn Lazard neue Werke geschaffen.

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MUSEUM MMK FÜR MODERNE KUNST
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