"Denkmal der grauen Busse" vom 19. August 2017 bis 27. Mai 2018 auf dem Rathenauplatz

 

Das mobile „Denkmal der grauen Busse“ erinnert an die Todestransporte der „Aktion T4“.

Das „Denkmal der Grauen Busse“ hat nun auf seiner Reise durch deutsche Städte Frankfurt am Main erreicht. Es soll auf dem Rathenauplatz der Opfer der sogenannten „Euthanasie – Aktion T4“ gedenken. Bis Ende Mai 2018 ist das Mahnmal in der Innenstadt zu sehen.

Die Arbeit der Künstler Horst Hoheisel und Andreas Knitz kommt auf Initiative der Stadtverordnetenversammlung nach Frankfurt. Sie erinnert an die „Euthanasie“- Verbrechen der Nationalsozialisten: Mit grauer Tarnfarbe gestrichene Busse brachten psychisch kranke oder geistig behinderte Kinder und Erwachsene zwischen 1940 und 1941 zu sechs Tötungsanstalten in Deutschland, in denen sie ermordet wurden.

Vorträge, Ausstellungen, Exkursionen:
Auf der Internetseite, www.die-grauen-busse-frankfurt.de ist das ausführliche Programm für den Herbst dargestellt. Im Frühjahr 2018 wird es mit Theateraufführungen, Filmen und Diskussionen fortgesetzt.

Auszug aus dem Programm

28.2.2018 Vortrag
19 Uhr, Evangelische Akademie
Aussortiert, eliminiert. Von der Sehnsucht nach genetischer Reinheit und Gesundheit
Referent: Dr. Siegmund Drexler
Veranstaltet von der Landesärztekammer Hessen, der Ev. Akademie Frankfurt und dem Ev. Stadtdekanat Frankfurt

5. - 31.3.2018 Ausstellung
Zentralbibliothek der Stadtbücherei Frankfurt am Main, Hasengasse 4
Tiergartenstraße 4 – Geschichte eines schwierigen Ortes
In Kooperation mit dem Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt am Main.

5.3.2018 und 6.3.2018 Film
18.30 Uhr (5.3.) und 20.30 (6.3.), Filmforum Höchst
Der Pannwitzblick
Dokumentarfilm von Didi Danquart, Deutschland 1992, 90 min.
Eintritt: 7,- Euro, Frankfurt Pass 3,50 Euro

5.3.2018 und 6.3.2018 Film
20.30 Uhr (5.3.) und 18.30 (7.3.), Filmforum Höchst
Benda Bilili! (OmU)
Dokumentarfilm von Renaud Barret, Florent de La Tullaye,
FR/ DR Kongo 2010. 84 min.
Eintritt: 7,- Euro, Frankfurt Pass 3,50 Euro

6.3.2018 Vortrag
19 Uhr, Historisches Museum Frankfurt
Frankfurt Inklusiv - Einblicke & Eindrücke

Inklusion ist ein Menschenrecht. Was bedeutet das für uns alle? Welche Haltung steckt dahinter? Wo zeigt sich Inklusion?
Eine Veranstaltung der Stabsstelle Inklusion der Stadt Frankfurt

6.3.2018 Vortrag
19.30 Uhr, Zentralbibliothek
Reflexion einer innerfamiliären Tradierung
Vortrag und Gespräch mit Andreas Hechler, dessen Urgroßmutter in Hadamar ermordet wurde.
Im Rahmen der Ausstellung „erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus“ vom 10.4.–17.5.2018 im Zollamtssaal, organisiert vom AK Gegen das Vergessen.

6.3.2018 und 7.3.2018 Film
20.30 Uhr, Filmforum Höchst
Nise: O coração da loucura – Das Herz des Wahnsinns (OmU)
Spielfilm von Roberto Berliner, Brasilien 2015, 120 min.
Eintritt: 7,- Euro, Frankfurt Pass 3,50 Euro

7.3.2018 Podiumsdiskussion

19 Uhr, Amt für multikulturelle Angelegenheiten
Wer bestimmt die Norm(alität)?
Vorstellungen von Norm(alität) und Abweichung sind nicht nur historische Themen, sondern bis heute mächtig und aktuell. Verschiedene Akteurinnen und Akteure diskutieren über das Spannungsfeld zwischen Norm(alität) und Diversität/Vielfalt.

13. 3.2018 Film
18 Uhr, Kino des Deutschen Filmmuseum
Nobody‘s perfect
Dokumentarfilm von Nico von Glasow, Deutschland 2008, 84 Min.
Es gelten die regulären Eintrittspreise.

13.3.2018 Vortrag
19 Uhr, Amt für multikulturelle Angelegenheiten
Vielfältige Erinnerungen. Arbeit mit Menschen mit Lernschwierigkeiten an NS-„Euthanasie“-Gedenkstätten
Die Erinnerung an die NS-„Euthanasie“-Verbrechen wurde maßgeblich durch Menschen ohne Behinderungen geprägt, geschrieben und tradiert. Drei Vortragende referieren über ihre Ansätze zur Erinnerungsarbeit mit Menschen mit Lernschwierigkeiten. Welche Perspektiven haben sie auf die Verbrechen und das Gedenken?

14.3.2018 Film
20.15 Uhr, Kino des Deutschen Filmmuseum
Wenn Ärzte töten
Dokumentarfilm von Hannes Karnick und Wolfgang Richter, Deutschland 2009, 90 Min.
Es gelten die regulären Eintrittspreise.

21. 3.2018 Lesung
19.30 Uhr, Zentralbibliothek der Stadtbücherei Frankfurt am Main
Barbara Zoeke: Die Stunde der Spezialisten
Moderation: Andreas Platthaus (FAZ)
In Kooperation mit dem Gesundheitsamt Frankfurt am Main

22.3.2018 Vortrag
19.30 Uhr, Haus am Dom
Die Rolle von Galens und der katholischen Kirche bezüglich der „Aktion T4“
Vortrag von Prof. Winfried Süß
Im Rahmen der Ausstellung „Erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus“ vom 10.4.–17.5.2018 im Zollamtssaal, organisiert vom AK Zwangssterilisation und „Euthanasie“ Frankfurt.

27.3.2018 Film
18 Uhr, Kino des Deutschen Filmmuseum
Kopfleuchten
Dokumentarfilm von Thomas Bergmann und Mischka Popp, Deutschland 1998, 93 Min.
In Anwesenheit der Regisseure Mischka Popp und Thomas Bergmann
Es gelten die regulären Eintrittspreise.

9.4. - 20.5.2018 Ausstellung
Zollamtsaal, Haus am Dom, Domplatz 3
Erfasst, verfolgt, vernichtet: Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus
Wanderausstellung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) in Zusammenarbeit mit den Stiftungen Denkmal für die ermordeten Juden Europas und Topographie des Terrors.
Kooperation Frankfurt: AK Zwangssterilisation und „Euthanasie“ in Frankfurt am Main | Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V. | Katholische Akademie Rabanus Maurus, Haus am Dom, Frankfurt | AG Bund der „Euthanasie“-Geschädigten und Zwangssterilisierten (BEZ) | Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, Universitätsklinikum Frankfurt

18.4.2018 Vortrag
18 Uhr, Rathenauplatz
Wofür stehen die grauen Busse? Die Geschichte der Krankenmorde in der NS Zeit
Referent: Dr. Siegmund Drexler
Veranstaltet von der Landesärztekammer Hessen

18.4.2018 Vortrag
18.15 Uhr, Goethe-Universität, Campus Westend
Medizin ohne Menschlichkeit
Referent: Dr. Tobias Freimüller
Eine Veranstaltung des Fritz Bauer Instituts

19.4.2018 Vortrag
19.30 Uhr, Haus am Dom
Gefühlserbschaft und Erinnerungskultur
Vortrag von Jan Lohl über die generationenübergreifenden Folgen des Nationalsozialismus
Im Rahmen der Ausstellung „erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus“ vom 10.4.–17.5.2018 im Zollamtssaal, organisiert vom AK Zwangssterilisation und „Euthanasie“ Frankfurt.

23.4.2018 Vortrag
18.30 Uhr, Institut für Stadtgeschichte
Verwaltung des Krankenmordes. Die Rolle der Stadt Frankfurt am Main.
Tausende wurden in Hessen-Nassau Opfer der „Euthanasie“-Morde. Die Stadt Frankfurt reagierte auf unterschiedliche Weise.
Referent: Dr. Peter Sandner (Wiesbaden)

24.4.2018 Vortrag
19 Uhr, Hörsaal der Klinik für Psychiatrie
Ethik in der Psychiatrie
Vortrag von Heiner Fangerau mit Gegenwartsbezug und Rückgriff auf die Geschichte der NS-„Euthanasie“.
Im Rahmen der Ausstellung „erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus“ vom 10.4.–17.5.2018 im Zollamtssaal, organisiert vom AK Zwangssterilisation und „Euthanasie“ Frankfurt.

25.4.2018 Vortrag
18.15 Uhr, Goethe-Universität, Campus Westend, IG Farben-Haus
Die Bedeutung von Ökonomie und Biologismus für die Genese der NS-„Euthanasie“
Vortrag und Diskussion mit Simon Duckheim
Im Rahmen der Ausstellung „erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus“ vom 10.4.–17.5.2018 im Zollamtssaal, organisiert vom AK Zwangssterilisation und „Euthanasie“ Frankfurt.

27.4.2018 Vortrag
19.30 Uhr, Haus am Dom
Medizinethische Fragen der Gegenwart und die Bezüge zur Geschichte der NS-„Euthanasie“
Vortrag und Diskussion mit Erika Feyerabend
Im Rahmen der Ausstellung „erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus“ vom 10.4.–17.5.2018 im Zollamtssaal, organisiert vom AK Zwangssterilisation und „Euthanasie“ Frankfurt.

4.5.2018 Vortrag
19 Uhr, Hörsaal der Klinik für Psychiatrie
Psychiatrie als Ordnungsmacht?
Vortrag von Andreas Heinz über Normativität und Normalisierung in der Geschichte und Gegenwart der psychiatrischen Praxis.
Im Rahmen der Ausstellung „erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus“ vom 10.4.–17.5.2018 im Zollamtssaal, organisiert vom AK Zwangssterilisation und „Euthanasie“ Frankfurt.

7.5.2018 Vortrag
19 Uhr, Gallus-Theater
Alexej Sopow – Von den Adlerwerken nach Hadamar
Vortrag mit Herbert Bauch und Christoph Schneider über den Arbeitseinsatz von ZwangsarbeiterInnen in Industriebetrieben der Region und der Ermordung der Erkrankten in Hadamar.
Im Rahmen der Ausstellung „erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus“ vom 10.4.–17.5.2018 im Zollamtssaal, organisiert vom AK Zwangssterilisation und „Euthanasie“ Frankfurt.

7. - 25.5.2018 Wanderausstellung
Montag–Samstag, 12–18 Uhr, St. Katharinenkirche
„Denkmal der grauen Busse“ 
Unter dem Deckmantel der sogenannten „Gemeinnützigen Krankentransport GmbH“ fuhren neutral gehaltene graue Busse behinderte Mitmenschen in Vernichtungsanstalten.

9.5.2018 Vortrag
19.30 Uhr, Bibliothekszentrum Sachsenhausen
Nicht-Entschädigung
Die rechtliche Situation von Zwangssterilisierten und Euthanasiegeschädigten in den Jahrzehnten nach dem Krieg und die Auswirkungen bis heute.
Im Rahmen der Ausstellung „erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus“ vom 10.4.–17.5.2018 im Zollamtssaal, organisiert vom AK Zwangssterilisation und „Euthanasie“ Frankfurt.

15.5.2018 Vortrag
19 Uhr, Hörsaal der Klinik für Psychiatrie
Die Universitätsnervenklinik Frankfurt in der Dezentralen „Euthanasie“
Vortrag von Moritz Verdenhalven über Patientenverlegungen in die Tötungsanstalten Eichberg, Weilmünster und Hadamar
Im Rahmen der Ausstellung „erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus“ vom 10.4.–17.5.2018 im Zollamtssaal, organisiert vom AK Zwangssterilisation und „Euthanasie“ Frankfurt.

23.5. Vortrag
18.15 Uhr, Goethe-Universität, Campus Westend
Diener des Rechts und der Vernichtung
Die Spitze der Justiz des Deutschen Reichs traf sich auf Einladung des Justizministers am 23. April 1941 und ließ sich über den Mord an den Anstaltspatienten informieren – von den Haupttätern.
Fritz Bauer initiierte 1960 ein Verfahren gegen die Teilnehmer der Konferenz. Zwei Jahre nach seinem Tod wurde es beendet, zehn Jahre nach seinem Tod schien es vergessen zu sein.
Referent: Christoph Schneider
Eine Veranstaltung des Fritz Bauer Instituts.

27.5.2018 Abschied vom Denkmal
17 Uhr, Rathenauplatz
Denkmal der grauen Busse
Das "Denkmal der grauen Busse" zieht weiter. Mit einer Veranstaltung wird die Stadt Frankfurt das Denkmal von Horst Hoheisel und Andreas Knitz offiziell verabschieden.

Stolpersteine
Stolpersteine werden nach der Intention des Künstlers Gunter Demnig für alle Opfer des Nationalsozialismus verlegt. Zu den Opfern zählen auch die Überlebenden von Lagern und Gefängnissen und die aus Deutschland Geflohenen (Opfergruppen: Juden, Homosexuelle, Euthanasie, Sinti, Widerstand, Zeugen Jehovas, Zwangsarbeiter).
Mehr Informationen: Stolpersteine in Frankfurt

Workshops
Das Pädagogische Zentrum des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums bietet für Schulen und andere Bildungseinrichtungen einen Workshop zum Thema NS-„Euthanasie“ an. Er wird je nach Vorwissen und Interesse der Teilnehmenden angepasst. Information und Anmeldung: pz-ffm@stadt-frankfurt.de, Telefon 069 212 74238

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