24.4. - 7.5.: Frankfurt liest ein Buch 2017

 

24. April bis 7. Mai
Frankfurt liest ein Buch 2017
Herbert Heckmann „Benjamin und seine Väter“

Von Vorträgen, Gesprächsrunden, literarischen Stadtspaziergängen, Schulveranstaltungen und Ausstellungen bis hin zu Museums-, Theater-, Film- und Opernabenden – die Vielfalt des Programms rund um ein Buch begeistert seit 2010 immer wieder tausende Menschen. Die ausgewählten Bücher und/oder Autorinnen und Autoren stehen dabei in einem besonderen Bezug zur Stadt. Das Projekt Frankfurt liest ein Buch wurde initiiert und konzipiert von dem gemeinnützigen Verein Frankfurt liest ein Buch e.V. Seine Bedeutung aber verdankt es dem großen Engagement und Ideenreichtum zahlreicher Frankfurter Institutionen, Vereine, Buchhändlerinnen und Buchhändler, Privatpersonen und Prominenten. 2016 wurde Frankfurt liest ein Buch mit dem BKM-Preis Kulturelle Bildung der Bundesregierung für Kultur und Medien ausgezeichnet.

Benjamin Weis erblickt 1919 in Frankfurt als Sohn der ledigen Kanzleigehilfin Anna das Licht der Welt, vom Vater fehlt jede Spur. Der Anwalt Fritz Bernoulli nimmt sich der jungen Familie an, stellt Wohnung und Unterhalt zur Verfügung. So wächst Benjamin trotz der widrigen Umstände behütet in der Bergerstraße heran. Er taucht ein in die Welt von Don Quijote und Robinson Crusoe und erlebt mit seinen Freunden kleine und große Abenteuer. Doch da seine Mutter auf seine Fragen nach dem Vater ausweichend mit Märchen antwortet, muss sich Benjamin eben selbst immer neue Väter erfinden. Herbert Heckmann zeichnet ein Panorama der zwanziger und dreißiger Jahre in Deutschland aus der Perspektive eines Kindes, das sich auf viele Dinge keinen Reim machen kann. Warum sein Ziehvater als Vaterlandsverräter beschimpft wird, warum niemand einschreitet, als ein angeblicher Kommunist auf der Straße zusammengeschlagen wird, warum sein jüdischer Freund nach Amerika auswandern muss, auf diese Fragen erhält der jugendliche Benjamin immer noch keine Antworten. Und so lautet sein Fazit: „Ich scheiße auf alle Väter, die uns ein solches Leben eingebrockt haben.“

Herbert Heckmann wurde 1930 in Frankfurt am Main geboren. Sein umfangreiches Werk umfasst neben Erzählungen und Romanen auch Kinder- und Kochbücher sowie ein Wörterbuch der Hessischen Mundart. Für den Roman Benjamin und seine Väter, den die Frankfurter Allgemeine Zeitung vorabdruckte, wurde er mit dem Bremer Literaturpreis ausgezeichnet. Er war Mitherausgeber der Neuen Rundschau, freier Mitarbeiter beim Hessischen Rundfunk, Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Professor an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main und gehörte zahlreichen Jurys an. Er starb 1999 in Bad Vilbel.
 

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