B3 Biennale des Bewegten Bildes

 

Vom 29. November bis 20. Dezember 2017 fungieren Frankfurt und das RheinMain-Gebiet zum dritten Mal als Veranstaltungsort der B3 Biennale des bewegten Bildes.

„ON DESIRE. Über das Begehren.“ heißt das Leitthema der B3 2017, welches sich durch alle Bausteine der Veranstaltung zieht. Künstler und Programm der B3 setzen sich mit den individuellen und kollektiven Sehnsüchten des Menschen auseinander - philosophisch, künstlerisch, politisch, wirtschaftlich relevant und kontrovers.

Film-Enthusiasten, das heißt Mainstream-Junkies, Experimental-Fetischisten und Video-Essayisten gleichermaßen, können abermals aus dem Vollen schöpfen. Das Programm an narrativen wie formalen Bewegtbild-Formaten ist so gewaltig, dass man wohl oder übel eine Auswahl treffen muss. Manche Produktion feiert dann seine Uraufführung, und viele weitere werden erstmals in Europa bzw. Deutschland zu sehen sein. Die Lang- und Kurzfilme des B3-Filmprogramms werden im Frankfurter Cinema sowie im Kino des Deutschen Filmmuseums zu sehen sein, während die Leitausstellung mit ihren verschiedenen Spielarten der Medienkunst, etwa 360-Grad-Domfilme und immersive VR-Projekte, das Gelände des künftigen Hochhausquartiers FOUR Frankfurt in der Frankfurter Innenstadt verschönert, das einmalig als Festivalzentrum fungiert. Verfechter der analogen Filmvorführung kommen hingegen in der Kunsthalle Darmstadt auf ihre Kosten: Dort präsentiert das Filmkollektiv Frankfurt im Rahmen des B3-Parcours an drei Tagen eine „liebe“-voll gestaltete Auswahl aus Super8-, 16mm- und 35mm-Filmen.

Im Rahmen des B3-Filmprogramms stellen sich insgesamt 15 Filme aus acht Ländern (Deutschland, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Iran, Israel, Kanada, USA) dem Urteil von Besuchern und Wettbewerbs-Jury. Enthalten sind Werke von Guillermo del Toro, Todd Haynes und Martin McDonagh, aber auch formale Experimente wie der erste narrative Film, der komplett mittels automatisierter Drohnen gedreht wurde. Das Themenspektrum reicht von poetischen Liebesgeschichten, Sehnsucht nach Erlösung, Utopien bis zur Pornoproduktion 2.0.

Am B3-Parcours, der sich auf das RheinMain-Gebiet ausdehnt, nehmen dieses Jahr wieder renommierte Frankfurter Institutionen teil:
Schauspiel und Oper Frankfurt haben den italienischen Künstler Federico Solmi zu Gast, dessen 9-Kanal-Video-Installation „The Great Farce“ die Fassade des Schauspiels und der Oper Frankfurt mit einem Gesamtpanorama bespielen wird. Kein Geringerer als der litauisch-amerikanische Filmpionier Jonas Mekas ist im Kino des Deutschen Filmmuseums zu Gast, um zusammen mit dem Regisseur Douglas Gordon deren Film „I Had Nowhere To Go“ (2016), der auf dem gleichnamigen literarischen Tagebuch von Mekas beruht, vorzustellen. Mekas ist einer der Preisträger des diesjährigen B3 Ben Award. Der Frankfurter Kunstverein präsentiert bereits ab 6. Oktober die thematische Gruppenausstellung „Perception is Reality: Über die Konstruktion von Wirklichkeit und virtuelle Welten“. Der Portikus Frankfurt zeigt die erste institutionelle Einzelausstellung von der kanadischen Künstlerin Moyra Davey in Deutschland mit Fotografien, Filmen und Texten. Spannung und Erkenntnisgewinn versprechen die sechs Beiträge des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität Frankfurt zum Leitthema der B3 „ON DESIRE. Über das Begehren.“. Hier wird philosophiert, analysiert und auch vorgeführt, um die sozial(en und)politischen Sehnsüchte unserer Gesellschaft zu durchdringen.

Die Leitausstellung „ON DESIRE. Über das Begehren.“, die Bewegtbild- bzw. elektronische Kunst zahlreicher renommierter Künstler bzw. Künstlerinnen präsentiert, bezieht erstmals die wertvolle Tätigkeit von Sammlern von Bewegtbildkunst mit ein. Neben Ingvild Goetz aus Deutschland, die den B3 BEN Lifetime Achievement Award für ihre Pionierarbeit als wegweisende Sammlerin und engagierte Unterstützerin zeitbasierter Kunst erhält, werden auch Mario von Kelterborn (D), Carol Weinbaum (CAN), Manuel de Santaren (USA), Baryn Futa (USA) und Tony Podesta (USA) gewürdigt. „Mit dieser neuen Herangehensweise möchten wir klarmachen, dass das bewegte Bild schon seit Dekaden von engagierten Sammlern und Sammlerinnen unterstützt worden ist. Sie haben aber nicht nur gekauft, sondern zugleich Produktionen ermöglicht und immer wieder neue Künstler_innen und ihre Kunst sichtbar gemacht. Sie sind gleichermaßen Zeitzeugen und Entdecker“, erklärt B3-Ausstellungskuratorin Anita Beckers.


Über die B3
Ziel der B3 Biennale des Bewegten Bildes ist es, eine breit angelegte Allianz für das bewegte Bild zu schaffen. Die Biennale ist der Nachfolger von eDIT The Filmmaker’s Festival und fand erstmals im Herbst 2013 statt. Das im zweijährigen Turnus stattfindende international ausgerichtete Großevent will das innovative Potential des Bewegtbildes in allen Bereichen der Entwicklung, Forschung, Finanzierung und Anwendung präsentieren und vermitteln. Die Biennale agiert demnach interdisziplinär und genreübergreifend, sie bietet eine Plattform für den Diskurs und die Vernetzung von Film- und Fernsehmachern, Künstlern, Designern, Wissenschaftlern, Technologieanbietern, Branchenteilnehmern und Nachwuchstalenten. Hierbei arbeitet die B3 mit mehreren Partnern aus dem Bereich der Museen, Galerien und Ausstellungsräume der Region, mit der hessischen Film- und Medienakademie (hFMA), mit dem Exzellenzcluster »Die Herausbildung normativer Ordnungen« an der Goethe-Universität Frankfurt am Main sowie mit Akteuren der Kultur- und Kreativwirtschaft zusammen.

Der angeschlossene Ausstellungsparcour, der in wechselnder Zusammenarbeit mit ansässigen Kultur- und Ausbildungsinstitutionen sowie Wirtschaftsunternehmen konzipiert wird, und insbesondere der Campus sollen sich vermehrt der Nachwuchsförderung und Talentvermittlung widmen und dabei auf das in Frankfurt bestehende Netzwerk aus Unternehmen und Verbänden der Branchen Film, Medien, Games, Kommunikation und Verlagswesen zurückgreifen. Der Campus darf als Schnittstelle zwischen dem Festival und dem (Fach-)Publikum verstanden werden. Denn die professionellen Gäste des Festivals sollen ihre Werke nicht nur präsentieren (Screening) und diskutieren (Konferenz), sondern auch erläutern und ihr Know-how in Form von Werkstattgesprächen, Workshops etc. weitergeben.

Die B3 Biennale des bewegten Bildes zeichnet etablierte Künstler und junge Talente mit dem Preis BEN aus. Mit einem BEN geehrt werden Künstler aus dem Programm der Biennale, die sich in ihrem Werk in besonders innovativer Form mit neuen Erzähltechniken auseinandersetzen. Die drei Hauptpreise und drei Nachwuchspreise werden in den Kategorien Linear, Nicht-linear und Transmedial vergeben.

In den Zwischenjahren wird der Campus in Form der Biennale-Autumn School in eigener Form stattfinden, parallel zu einem Biennale Think Tank, der zur Visualisierung und Planung der darauffolgenden Biennale-Ausgabe genutzt wird.

Festivalzentrum 2017 ist das Gelände des künftigen Hochhausquartiers FOUR Frankfurt in der Frankfurter Innenstadt. Die weiteren Veranstaltungsorte bzw. Partner-Institutionen sind über Frankfurt und das RheinMain-Gebiet verteilt.

Veranstalter der B3 Biennale des bewegten Bildes ist die Hochschule für Gestaltung Offenbach (HfG). Die Träger der B3 sind das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK), die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen) und die Stadt Frankfurt am Main. Der B3 Parcours wird seit 2013 vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain gefördert.

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