Cuba im Film

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Vom 23. Mai bis zum 2. Juni präsentieren das Filmforum Höchst und das Dritte Welt Haus Frankfurt zum 23. Mal das Festival Cuba im Film – Festival de cine cubano.
Einen Tag vor Beginn des Filmprogramms gibt es ein Auftaktkonzert mit der Pianistin Lazara Cachao & Band am 23.5. im Orange Peel. Eröffnet wird das Festival dann am 24. Mai um 19.00 Uhr mit der Vernissage der Fotoausstellung Momentos cubanos – Kubanische-Momente - in Anwesenheit der Fotografin Gabriele Janku sowie der Vorführung des Eröffnungsfilms SERGIO Y SERGUEI um 19.30 Uhr.

Auch oder gerade in diesen Zeiten des Umbruchs ist das kubanische Kino eng mit der kubanischen Wirklichkeit verflochten und wird wohl auch in Zukunft ein Seismograph der kubanischen Entwicklung sein. Die aktuellen Produktionen aus und über Cuba beschäftigen sich mit ganz unterschiedlichen Momenten der kubanischen Geschichte. SERGIO Y SERGUEI von Ernesto Daranas war der Gewinner des Publikumspreises auf dem letztjährigen Filmfestival in Havanna. Einerseits ist er eine schrille Komödie, die zum Teil in einer russischen Raumkapsel spielt, andererseits zeitlich in der traumatischen Phase der sogenannten Sonderperiode im Kuba der 1990er Jahre angesiedelt. Die bedrückenden Erfahrungen dieser Epoche tauchen auch in dem Dokumentarfilm CUBA AND THE CAMERAMAN von John Alpert auf, der in einer Langzeitstudie Durchschnittskubaner mit der Kamera begleitet hat.
Ebenfalls in der Sonderperiode spielt BOLETO AL PARAÍSO von Altmeister Gerardo Chijona, der wie auch dessen neuer Film LOS BUENOS DEMONIOS präsentiert wird. LOS BUENOS DEMONIOS oszilliert zwischen Komödie und Drama und ist voller scharfsinniger Anspielungen auf die kubanische Gesellschaft. Gerardo Chijona ist in dieses Jahr persönlich anwesend, ebenso wie Héctor Noas, einer der beiden Protagonisten in SERGIO Y SERGUEI, sowie Eduardo del Llano, der neben seinem neuesten Film DOMÍNO zwei weitere in Deutschland bisher nicht gezeigte Filme mitbringen wird.
Der Dokumentarfilm LAS ISLAS DEL METAL von Nelson Varas-Díaz zeigt die Emanzipation einer für die karibischen Inseln höchst exotischen Subkultur, die des Heavy Metal.
Im vergangenen Jahr starb der argentinische Regisseur Fernando Birri, Mitbegründer der Escuela Internacional de Cine y Television in San Antonio de los Baños in der Nähe von Havanna. Birri lebte und arbeitete über viele Jahre auf Kuba. Mit seinem Film CHE – TOD DER UTOPIE? erinnern die Veranstalter sowohl an ihn als auch an seinen vor 50 Jahren ermordeten Landsmann. Letzterer steht auch im Mittelpunkt der französischen Produktion CHE GUEVARA – NAISSANCE D‘UN MYTHE von Tancrède Ramonet, der den Mythos „Che“ analysiert.
Außerdem gezeigt wird wieder eine Reihe von kubanischen Filmklassikern, die weltweit Beachtung fanden und den Ruf Kubas als eines der wichtigsten Filmländer Lateinamerikas mit begründeten. So laufen LA ÚLTIMA CENA (1976) und LOS SOBREVIVIENTES (1978) von Tomás Gutierrez Alea, Pastor Vegas RETRATO DE TERESA – PORTRAIT DER TERESA (1979) und zwei mittellange Filme des bedeutenden Dokumentarfilmregisseurs Santiago Alvarez: HANOI, MARTES 13 und 79 PRIMAVERAS. Im Mai 1968 stand der Krieg in Vietnam nicht nur im Fokus der westeuropäischen Studentenbewegung, vor allem Kuba solidarisierte sich mit dem Vietcong und mit Nordvietnam. Alvarez stellte sich mit seinen 1968 und 1969 gedrehten Filmen auf deren Seite und schuf zwei Filme, die durch ihre poetische und ästhetische Kraft in die Dokumentarfilmgeschichte eingegangen sind.
Zum 10. Kurzfilmwettbewerb „Junger Cubanischer Film“ ist die junge Regisseurin Rosa María Rodríguez zu Gast. Sie erhält den Kurzfilmpreis für LA COSTURERA, der vielfältige Medien und Formen nutzt, um das Thema Kindesmissbrauch aufzugreifen. Weitere Wettbewerbsbeiträge werden gezeigt.
Als weiteres Kurzfilmprogramm sind 15 Kurzfilme zu sehen, die 2017 unter Anleitung von Werner Herzog in der Filmwerkstatt der spanischen Produktionsfirma „Black Factory Cinema“ in Havanna von jungen Filmemacher*innen gedreht worden sind.

Am Samstag, den 26. Mai 2018, 15:30 Uhr, gibt es im Filmforum Höchst außerdem die Informationsveranstaltung "Gelebte Alternativen - Urban Gardening auf kubanisch" mit VertreterInnen des Vereins Eco-Mujer.

 

Über das Festival
Seit 1996 findet jedes Jahr im Mai im Filmforum Höchst das Film- und Kulturfestival „Cuba im Film“ statt. Es wird organisiert vom 3.-Welt-Haus Frankfurt und dem Filmforum Höchst.

Das Festival soll zur Diskussion über die gesellschaftliche Situation in Kuba sowie die kinematographische Entwicklung dieses bedeutenden lateinamerikanischen Filmlandes beitragen, dessen Filmproduktion für ein anspruchsvolles, experimentierfreudiges und gesellschaftskritisches Kino steht.

„Cuba im Film“ ist inzwischen zu einer festen Institution geworden und zieht ein Publikum weit über die Grenzen Frankfurts an. Jedes Jahr sind Filmschaffende aus Kuba im Filmforum zu Gast und stellen ihre Filme persönlich vor. Das Programm setzt sich aus aktuellen Spielfilm- und Dokumentarfilmproduktionen aus dem Programm des renommierten Festival Internacional del Nuevo Cine Latinoamericano in Havanna, aber auch Filmen der Hochschulen EICTV in San Antonio des los Baños und FAMCA des Instituto Superior de Arte (ISA) sowie des Nachwuchs-Festivals Muestra Joven ICAIC zusammen.
Die thematischen Schwerpunkte der letzten Jahre widmeten sich dem 50jährigen Bestehen des Instituto del Arte e Industria Cinematográfícos (ICAIC), Afrocuba, Frauen und Film auf Cuba sowie dem Animationsfilm.
Die ehrenamtlichen Organisatoren behalten es sich vor, in unregelmäßigen Abständen aus dem reichen Fundus unvergesslicher kubanischer Klassiker zu schöpfen und wollen so auch zukünftigen Generationen Wert und Qualität des traditionellen kubanischen Filmschaffens vermitteln.

Gerade die programmatische Einbindung der Plattformen junger kubanischer Filmemacher ermöglicht es, neue Tendenzen des kubanischen und lateinamerikanischen Kinos bei „Cuba im Film“ vorzustellen. Mit dem Kurzfilmpreis "Junger Cubanischer Film" an junge kubanische Filmschaffende, der seit 2009 von einer unabhängigen Jury aus hessischen Studierenden vergeben wird, zollt das Festival den Bestrebungen der nachfolgenden Generation seine Anerkennung. Der mit 500 € dotierte Preis geht an einen Abschlussfilm der renommierten Filmhochschulen EICTV in San Antonio de los Banos und der Facultad de Arte y Medios de la Comunicación Audiovisual (FAMCA) der Universidad de las Artes (ISA).

Teile des beliebten Festivals werden anschließend in Kinos in Hamburg, Berlin, Saarbrücken und Weiterstadt wiederholt.

„Cuba im Film“ wird unterstützt von: Amt für multikulturelle Angelegenheiten Frankfurt, Aufblende e.V. Frankfurt, Filmhaus Frankfurt, HessenFilm und Medien GmbH, Katholischer Fonds, Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst, Stadt Frankfurt am Main – Dezernat für Kultur und Wissenschaft.

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